DAS APOSTELKONZIL – TEIL 1: Blut, Ersticktes und Götzenopferfleisch

1.) Reine und unreine Speise

Oft höre ich von Christen, dass Jeschua (hebr.: Jesus) erlaubt habe, alles zu essen und hierbei wird folgender Vers zitiert.

Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch, und es geht heraus in den Abort. Damit erklärte er alle Speisen für rein.

Markus 7:19 (Elberfelder 2006)

Doch was eine Speise ist, wird hier nicht definiert. Für einen Heiden war damals alles, oder alles, was ihre Götzen erlaubten eine Speise. Doch wir müssen bedenken, dass Jeschua hier zu Juden, insbesondere Peruschim (hebr.: Phärisäer) sprach. Diese waren später die Begründer des rabbanitischen Judentums und hatten zusätzlich zur Tora ihre eigenen mündlichen Überlieferungen. In diesen Überlieferungen bauten sie sprichwörtlich einen Zaun um die Tora. Sie nahmen also die Gebote Gottes und machten diese strenger, um vor einem Gesetzesbruch zu schützen. Dies nahm solche Ausmaße, dass noch heute Speisen, die z. B. von einem Nichtjuden zubereitet wurden, meist nicht mehr als „koscher“ sondern als „treif“ gelten. Hier möchte ich mit einer Begriffserklärung beginnen. In der Tora heißt es „tahor“ (biblisch rein) und „tame“ (biblisch unrein). Diese Begriffe nutze ich in diesem Beitrag in der Trennung zum rabbinisch-jüdischen „koscher“ (rabbanitisch rein) und „treif“ (rabbanitisch unrein), da der biblische und der rabbanitisch-jüdische Standard teilweise große Unterschiede hat. Jeschua sprach hier also zu Pharisäern, welche Speisen, die „tahor“ (biblisch rein) war, für „treif“ (rabbanitisch unrein) erklärten und Jeschua machte ganz klar, dass diese Speisen nicht „tame“ (biblisch unrein), also auch nicht „treif“ (rabbanitisch unrein) und somit sehr wohl „tahor“ (biblisch rein) seien und dementsprechend auch gegessen werden dürfen.

Jeschua bestätigte hiermit also Gottes Speisegebote aus 3. Mose 11. Anbei möchte ich aber hinzufügen, dass es wissenschaftlich sehr wahrscheinlich ist, dass Jeschua diesen Zusatz „Damit erklärte er alle Speisen für rein.“ unter Umständen gar nicht sagte und dies eine fälschliche Hinzufügung ist, sofern man hierbei den Textus Receptus zu Rate zieht.

Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden.

Markus 7:19

Aber hier kommen wir auch schon zum nächsten Punkt. Die Bibel selbst definiert in der Torah sehr genau, was „tahor“ und somit eine Speise ist.

Und JHWH redete zu Mose und zu Aaron und sprach zu ihnen: Redet zu den Kindern Israel und sprecht: Dies sind die Tiere, die ihr essen sollt von allen Tieren, die auf der Erde sind. […]

3. Mose 11:1-47

Viele Christen halten sich leider nicht daran, doch bibeltreue Nachfolger Jeschuas versuchen sich daran zu halten und verzichten deshalb auf unreine Tiere. Jedoch ist meine Erfahrung, dass die Lehre über Blut und Ersticktes den Geschwistern oft fehlt und da kommen wir zu den Geboten des Apostolischen Konzil.

sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.

Apostelgeschichte 15:20

dass ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl!

Apostelgeschichte 15:29

Was aber die gläubig gewordenen Heiden betrifft, so haben wir (ja) geschrieben und angeordnet, dass sie von alledem nichts zu befolgen haben, sondern sich nur hüten sollen vor dem Götzenopfer und dem Blut und vor Ersticktem und Unzucht.

Apostelgeschichte 21:25

Hier steht, dass das Fleisch weder blutig und erstickt, noch Götzenopferfleisch sein darf. Spannend ist hier, dass auch hierdurch die biblischen Speisegebote Bestätigung finden, da biblisch betrachtet „unreine Tiere“ nicht effektiv ausgeblutet werden können. Dies möchte ich am Beispiel eines Pferdes näher erklären.

Das Pferd hat, wie man auf diesem Bild erkennen kann, zwei Arterien im Hals, die „Arteria carotis“ (lat.: Halsschlagader) vorne in der Kehle und die „Arteria vertebralis“ (lat.: Wirbelarterie) hinten im Nacken. Später in diesem Dokument gehe ich darauf ein, wie man ein Tier effektiv schächtet, um es möglichst vollständig ausbluten zu lassen. Das Problem durch diesen Blutkreislauf hier ist, dass eine Schächtung nicht mehr möglich ist. Das Problem ist, dass man, um ein Pferd effektiv zu schächten, beide Blutkreisläufe durch einen Schnitt unterbrechen müsste, dies aber aufgrund der Wirbelsäule nicht möglich ist. So müsste man unter Anwendung großer Gewaltanstrengung die Wirbelsäule durchtrennen und das Pferd köpfen, oder aber einmal von vorne und einmal von hinten einen Schnitt vollziehen. Ein Leiden des Tieres kann bei solch einer Schächtung nicht verhindert werden. Gleich oder ähnlich verhält es sich auch bei anderen Tieren wie z. B. Kamelen, Schweinen, usw.

Wenn man zusätzlich den phytotoxischen Index1W.J.Veith: „Creation to Restoration, in: „The Genesis Conflict“, S.276ff von Walter J. Veith für Fleisch in Augenschein nimmt, erkennt man, dass Fleisch von unreinen Tieren definitiv unverträglicher ist, als das Fleisch von reinen Tieren. Grundlage dieser Ausarbeitung ist es also, dass es in folgendem Text grundsätzlich um reine Tiere geht.

Zunächst möchte ich nun auf die biblischen Maßstäbe eingehen bevor wir uns die mögliche Praxis näher betrachten.

2.) Die Biblische Grundlage

Es gibt außer den Geboten aus 3. Mose 11, Markus 7 und Apostelgeschichte 15 klare Definitionen, was wir dürfen. Blut darf nicht gegessen werden, denn darin ist die Seele, also das Leben und es dient(e) der Sühnung:

Nur dürft ihr das Fleisch nicht essen, während sein Leben, sein Blut, noch in ihm ist!

1. Mose 9:4

Das ist eine ewige Satzung für eure (künftigen) Geschlechter an allen euren Wohnorten, dass ihr weder Fett noch Blut essen sollt.

3. Mose 3:17

Ihr sollt auch kein Blut essen in allen euren Wohnungen, weder von Vögeln noch vom Vieh; jeder, der irgendwelches Blut isst, soll ausgerottet werden aus seinem Volk!

3. Mose 7:26-27

Und wenn ein Mensch aus dem Haus Israel oder ein Fremdling, der unter ihnen wohnt, irgendwelches Blut isst — gegen die Seele, die Blut isst, will ich mein Angesicht richten und sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes. Denn das Leben des Fleisches ist im Blut, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die Seele. Darum habe ich den Kindern Israels gesagt: Keine Seele unter euch soll Blut essen; auch der Fremdling, der unter euch wohnt, soll kein Blut essen. […] Darum habe ich den Kindern Israels gesagt: Ihr sollt nicht das Blut irgendeines Fleisches essen; denn das Leben alles Fleisches ist sein Blut. Wer es aber isst, der soll ausgerottet werden.

3. Mose 17:10-14

Ihr sollt nichts mit Blut essen. […]

3. Mose 19:26

Nur das Blut sollst du nicht essen, […]

5. Mose 12:16

Nur daran halte fest, dass du nicht das Blut isst; denn das Blut ist das Leben; und du sollst das Leben nicht mit dem Fleisch essen!

5. Mose 12:23

Nur sein Blut darfst du nicht essen; […]

5. Mose 15:23

Das erste Verbot des Blutgenuss wurde von Gott der ganzen Menschheit zur Zeit Noachs gegeben und wie schon oben erwähnt, wurde dieses Gebot vom Apostelkonzil erneut bestätigt. An dieser Stelle soll noch einmal erwähnt sein, dass also jeder bibeltreu Gläubige, der als „unrein“ deklarierte Tiere isst, explizit die Anordnung Gottes für alle Menschen, aber auch die Anordnung der Apostel an alle Nachfolger Jeschuas missachtet. Doch kommen wir dazu, was mit dem Blut geschehen soll. Heutzutage wird das Blut aufgefangen und zu Blutwurst verarbeitet oder von Satanisten wie dem Österreicher Hermann Nitsch für „Kunst“ und Rituale genutzt. Doch das Blut soll nicht nur nicht gegessen werden, sondern auch auf die Erde gegossen und mit Erde bedeckt werden. Dies lässt sich vermutlich damit erklären, dass so Götzendienst verhindert werden soll, da nur im Tempel Blut aufgefangen und gegen den Altar gespritzt werden durfte.

Und wenn ein Mensch von den Kindern Israels oder ein Fremdling, der unter ihnen wohnt, ein Wild oder einen Vogel erjagt, die man essen darf, der soll ihr Blut ausfließen lassen und mit Erde bedecken;

3. Mose 17:13

Nur das Blut sollst du nicht essen, sondern es auf die Erde gießen wie Wasser.

5. Mose 12:16

Nur sein Blut darfst du nicht essen; auf die Erde sollst du es gießen wie Wasser.

5. Mose 15:23

Aber nicht nur Blut, sondern auch das Fett, also die Schwarte oder der Fettschwanz, sowie das Fett um die Organe ist verboten, da es Gott vorbehalten ist:

Und der Priester soll es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen als Speise, ein Feueropfer, zum lieblichen Geruch. — Alles Fett gehört JHWH: Das ist eine ewige Satzung für eure (künftigen) Geschlechter an allen euren Wohnorten, dass ihr weder Fett noch Blut essen sollt.

3. Mose 3:16-17

Rede zu den Kindern Israels und sprich: Ihr sollt kein Fett essen von Stieren, Schafen und Ziegen! Das Fett von Aas oder Zerrissenem darf zu allerlei Zwecken verwendet werden, aber ihr sollt es auf keinen Fall essen. Denn jeder, der Fett isst von dem Vieh, von welchem man JHWH Feueropfer darzubringen pflegt — die Seele, die es isst, soll ausgerottet werden aus ihrem Volk!

3. Mose 7:23-25

Gott verspricht uns zwar das Fett des Landes, aber das Fett der Tiere ist sein Anteil und wurde früher immer geopfert. Dazu finden wir in der Bibel über 30 Bibelverse. Zu letzt finden wir noch einen spannenden Vers, der später auch nicht unbeachtet bleiben wird.

Darum essen die Kinder Israels bis zum heutigen Tag die Sehne [/Muskel] nicht, die über das Hüftgelenk läuft, weil Er Jakobs Hüftgelenk, die Hüftsehne, angerührt hat.

1. Mose 32:33

Zusätzlich möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Gott sich auch wünscht, dass wir uns von Zerrissenem besser fernhalten.

Und jeder, der ein Aas oder Zerrissenes isst, er sei ein Einheimischer oder ein Fremdling, der soll seine Kleider waschen und sich im Wasser baden; und er wird unrein sein bis zum Abend, dann wird er rein.

3. Mose 17:15

Kein Aas noch Zerrissenes soll er essen, damit er davon nicht unrein wird; ich bin JHWH! Und sie sollen meine Anordnungen halten, damit sie nicht Sünde auf sich laden und daran sterben, wenn sie es entheiligen; denn ich bin JHWH, der sie heiligt.

3. Mose 22:8-9

Der Interpretationsspielraum ist hier groß und geht von „einem von wilden Tieren gerissenen Tier“, über „einem bei der Jagd nicht umgehend ausgebluteten Tier“ und „einem erjagten Tier“ bis zu „einem nicht koscher geschächteten Tier“. Wenn man hier der rabbanitisch-jüdischen Tradition folgt, würde dies jedes Tier beinhalten, dass nicht koscher geschlachtet wurde und auch in vielen karaitisch-jüdischen Kreisen, beinhaltet dies erjagte Tiere. Doch ist uns die Jagd in der Bibel nicht verboten und wird auch nirgendwo als etwas schlechtes bezeichnet, weshalb es hier durchaus möglich ist, dass die Jagd damit nicht grundsätzlich ausgeschlossen wird. Ich persönlich möchte mich dazu nicht öffentlich festlegen, da ich den Auslegungsspielraum erkenne und anerkenne. Doch kommen wir zum Hauptthema, der eigentlichen Schlachtung.

3.) Die biblische Schlachtung

Zur Schlachtung selbst lesen wir folgendes.

Ist aber der Ort, den JHWH, dein Gott, erwählt hat, um seinen Namen dorthin zu setzen, zu fern von dir, so darfst du von deinen Rindern oder von deinen Schafen schlachten, die JHWH dir gegeben hat — wie ich dir geboten habe —, und es in deinen Toren essen nach aller Herzenslust.

5. Mose 12:21

Auf die Art und Weise, wie die Schlachtung zu erfolgen hat, wird jedoch in der Torah nicht eingegangen. Die einzigen Hinweise, die wir haben sind wie oben beschrieben Blut, Erstickung, Fett und die Sehne bzw. Muskel.

4.) Die heutigen Schlachtmethoden

4.1) Schlachtung nach EU-Norm

In den meisten westlichen Nationen dürfen Nutztiere nur nach Betäubung (medizinisch: Ausschaltung der höheren Hirnfunktionen, beim Schlachten: nach wirksamer Ausschaltung von Schmerz ein Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit) geschlachtet werden. Die Betäubung ist vor dem Blutentzug durchzuführen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Tiere keinen unnötigen Schmerz durch Schlachtwunden erleiden. Während Kohlenmonoxid, eine tödliche Injektion eines Tierarzneimittels für alle anderen Fälle zur Betäubung gebräuchlich ist, wird zur Schlachtung vor allem eine der folgenden, von der EU hierbei zugleich geforderten Methoden eingesetzt:

4.1.1) Stumpfer Schlag auf Kopf

Vor der Einführung der Bolzenschussgeräte wurde die Betäubung bei der Hausschlachtung von Kleinvieh (Schafen, Ziegen usw.) durch einen Schlag mit der stumpfen Seite einer mittelschweren Axt auf den Kopf des Tieres vorgenommen. Bei Hausschlachtungen wird dies teilweise noch praktiziert. Je nach Größe des Tieres, kann es passieren, dass das Tier durch den Schlag nicht ausreichend betäubt ist und Schmerzen erleiden wird, oder dass es stirbt und so nicht mehr effektiv ausgeblutet wird. Es kann passieren, dass das Tier einen Atemstillstand erleidet und erstickt. Somit erfüllt diese Methode nicht die Voraussetzungen für biblisch reines Fleisch.

4.1.2) Schuss

Mit einem Schlachtschussapparat wie Bolzen- oder selten Kugelschussapparat oder einer Feuerwaffe wird bei Tieren mit dicker Kopfhaut und starker Schädeldecke wie Rindern die Betäubung mittels Schädigung des Gehirns durch gezielten Schuss auf oder durch das Schädeldach durchgeführt. Beim penetrierenden Bolzenschuss dringt der Stahlbolzen durch die Schädeldecke tief in das Gehirn und zerstört es. Großvieh (Rinder) werden ausschließlich mit dem Bolzenschussapparat betäubt. Je nach Art des Schusses, kann es passieren, dass das Tier durch den Schuss nicht ausreichend betäubt ist und Schmerzen erleiden wird, oder dass es stirbt und so nicht mehr effektiv ausgeblutet wird. Es kann passieren, dass das Tier einen Atemstillstand erleidet und erstickt. Somit erfüllt diese Methode nicht die Voraussetzungen für biblisch reines Fleisch.

4.1.3) Genickbruch

Manuelles oder mechanisches Strecken und Abdrehen des Halses, das zu zerebraler Ischämie führt, wird bei bis zu 5kg schwerem Geflügel eingesetzt. Das Tier erleidet neben dem Durchblutungsausfall einen Erstickungstod. Somit erfüllt diese Methode nicht die Voraussetzungen für biblisch reines Fleisch.

4.1.4) Elektrisch

Durch einen Stromstoß wird im Gehirn ein sogenannter epileptiformer Anfall, vergleichbar dem epileptischen Anfall des Menschen, ausgelöst . Dieser führt zum Verlust der Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit, wodurch die Tiere theoretisch schmerzunempfindlich und bewusstlos werden sollen. Dies führt meist zum Stillstand oder zur Fibrillation des Herzens und beeinträchtigt dementsprechend das Ausbluten, sowie zum Atemstillstand, so dass das Tier erstickt.

4.1.5) Verfahren unter kontrollierter Atmosphäre

Geflügel bis 4kg werden über niedrigen Luftdruck, also allmähliche Dekompression und Senkung des Sauerstoffgehalts auf unter 5% oder durch Kohlendioxid, oft in Verbindung mit Inertgasen oder Edelgasen, also letztlich ebenfalls durch Sauerstoffentzug betäubt. Diese Methode ist umstritten, da die Tiere mit Atemnot oder Erstickungsangst nach Luft schnappen, bevor durch die Einatmung des Betäubungsgases eine Absenkung des pH-Wertes im Blut und damit auch im Gehirn bewirkt wird, wodurch sich das Wahrnehmungs- und Empfindungsvermögen verliert. Oft erleiden die Tiere einen Herzstillstand durch Stress oder einen Erstickungstod. Somit erfüllt diese Methode nicht die Voraussetzungen für biblisch reines Fleisch.

4.1.6) Fazit zu den Schlachtmethoden

Wenn Tiere nicht erfolgreich betäubt wurden erleiden sie oft große Schmerzen, müssen unter Qual erneut betäubt werden, oder werden ohne Betäubung und unter den Schmerzen der missglückten Betäubung getötet. Alternativ kann es auch sein, dass Tiere durch die Betäubung getötet werden. Alle genannten Möglichkeiten wirken sich negativ auf das Ausbluten aus. Insbesondere der Tod durch die Betäubungsmethode ist biblisch kritisch zu betrachten, da dies das Fleisch in den allermeisten Fällen „tame“ macht, da das Fleisch „Ersticktes“ ist. Dies hängt damit zusammen, dass das Blut bei einem toten Tier vom Herzen nicht mehr effektiv aus dem Körper gepumpt wird, es stattdessen gerinnt und im Fleisch verbleibt. Das Tier ist somit nicht ausgeblutet. Wenn das Tier jedoch erfolgreich betäubt wurde, wird dann das Tier lebendig an den hinteren Füßen aufgehängt, im besten Fall am Hals aufgeschnitten und blutet dabei relativ gut aus. Alternativ geschieht es jedoch häufig, dass Tiere nicht richtig aufgeschnitten werden, wobei das Ausbluten wieder negativ beeinflusst wird. Dieses Fleisch ist ebenso „erstickt“ und nicht ausgeblutet. Die Gefahr bei „normalen“ Fleisch also ersticktes und blutiges Fleisch zu kaufen ist außerordentlich hoch. Im Endeffekt erfüllt keine Schlachtmethode nach EU-Norm die Voraussetzungen für biblisch reines Fleisch.

4.2) Schlachtung durch Ausblutung

Zur Zeit meiner Großeltern, war es noch üblich, dass Dorfbewohner und Bauern selber schlachten durften. Die übliche Methode war, dass Tier in ein Gatter, oder auf den Hof, oder die Weide zu führen, wo eine gewohnte Umgebung war und dort den Hals des nicht betäubten Tieres aufzuschneiden und im besten Fall das Tier an den Hinterläufen aufzuhängen. Das Herz des Tieres pumpt bei dieser Methode das Blut aus dem Körper und das Tier erleidet einen Blutsturz, so dass es aus meiner eigenen Erfahrung nach 2 bis 5 Sekunden natürlich betäubt wird und je nach Größe des Tieres in 10 bis 45 Sekunden durch das Ausbluten stirbt. Alleine der Schnitt führt zu einer Betäubung des Tieres, da die Nerven im Hals durchtrennt werden, die dem Gehirn normalerweise die Schmerzen signalisieren. Diese Bedingungen sind aber nur gegeben, wenn die Schächtung sehr genau und gut durchgeführt wird. Eine 1978 veröffentlichte Studie von Forschern der Tierärztlichen Hochschule Hannover deutet auf die Abwesenheit von Schmerzreizen beim Schächten hin. Ziel der Studie war die „Objektivierung von Schmerz und Bewusstsein“ der Tiere, um objektiv gültige Urteile bezüglich des Tierschutzes zu erlangen, da die diesbezügliche Diskussion bisher weitestgehend mit subjektiven und emotional geprägten Argumenten geführt worden war. Die EEG-Messungen der Untersuchung zeigten vor und nach dem Schächtschnitt unveränderte Hirnströme, wohingegen die Bolzenschussbetäubung im EEG auf deutliche Schmerzen hinwies. Die Wissenschaftler zogen daher folgendes Fazit: „Die hierbei in vergleichender Untersuchung gewonnenen Einblicke in sinnesphysiologische Abläufe beim Schlachten dieser Tiere weichen z. T. erheblich von bisherigen Vorstellungen ab.“2W.Schulze, H.Schultze-Petzold, A.S.Hazem & R.Gross: „Versuche zur Objektivierung von Schmerz und Bewusstsein bei der konventionellen (Bolzenschussbetäubung) sowie religionsgesetzlichen (Schächteinschnitt) Schlachtung von Schaf und Kalb. „Deutsche tierärztliche Wochenschrift 85, Nr. 2“, 05.02.1978, S.62-66.. Diese Methode ist heute nicht mehr erlaubt, da die Tierschutzgesetze zu einer Betäubung zwingen. Der Bayerische Landtag verabschiedete am 29. Januar 1930 ein „Gesetz über das Schlachten von Tieren“, das das Schächten von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Pferden, Eseln, Maultieren, Mauleseln und Hunden nur nach vollständiger Betäubung zulässt. Laut Gesetz kann die Betäubung durch mechanische Apparate oder mittels Kopfschlags vorgenommen werden. Zuwiderhandlungen wurden mit Geldstrafen oder mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft{mfn]„Das Schächtverbot in Bayern“, in: „Bayrische Israelitische Gemeindezeitung“, 01.06.1930, S.170.[/mfn]. Das Schächtverbot gilt als die erste antisemitisch motivierte Verletzung der Rechtsgleichheit von Juden, noch vor dem Aufkommen des NS-Regimes3M.Brenner & R.Höpfinger: „Studien zur jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern“, in: „Die Juden in der Oberpfalz, Band 2“, S.172.. Das „Gesetz über das Schlachten von Tieren“ vom 21. April 1933 gebot, warmblütige Tiere beim Schlachten vor Beginn der Blutentziehung zu betäuben. Ausnahmen waren nur bei Notschlachtungen gestattet4Reichsgesetzblatt (RGBl), 1933, Teil 1, S.203.5Reichsverordnung vom 21.04.1933, S.212ff.. Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen wurden mit Geldstrafe oder Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten Haftdauer geahndet. Das Gesetz trat zum 1. Mai 1933 in Kraft. In einer Verordnung dazu wurde unter anderem bestimmt, dass ein Aufhängen der Schlachttiere vor der Betäubung nicht statthaft sei und die weitere Bearbeitung nur dann erfolgen dürfe, wenn „der Tod des Tieres eingetreten ist und Bewegungen an dem Tier nicht mehr wahrzunehmen sind“. Nur mit einer schwer zu erhaltenden Sondererlaubnis, darf man heute zu rituellen Zwecken Schächten.

4.2.1) Muslimische „Dschabiha (HalalSchächtung)

Bei der muslimischen Dschabiha wird das Tier festgebunden oder in eine Vorrichtung gestellt, dass es sich nicht bewegen kann, dabei ist es obligatorisch, dass der Kopf des Tieres in Richtung der Qibla, der muslimischen Gebetsrichtung zur Kaaba in Mekka ausgerichtet wird. So wird dann der Hals mit einem scharfen Messer meist von hinten mit bis zu drei Schnitten geöffnet und das Tier beginnt auszubluten. Das Tier wird danach aufgehängt und blutet vollständig aus und das gesamte Tier wird verwertet. Wenn die Schlachtung mit einem Schnitt Erfolg hat, gelten die Zeitangaben von obigen Punkt. Benötigt der Schlachter mehr als einen Schnitt, wird Zeitaufwand und Leid erhöht. Bei der Schlachtung wird die „Bismillah“, eine islamische Anrufungsformel gesprochen. Diese lautet „Im Namen des barmherzigen und gnädigen Allah“ und soofern nicht der Name Allahs während der Schlachtung ausgesprochen wird, gilt das Fleisch als „Haraam“ („islamisch unrein“)6Sure al-Baqara 2:1737Sure al-Ma‘idah 5:38Sure al-An‘am 6:118, 121, 145. Im Islam gilt die Dschabiha ursprünglich als ein Opfer für den islamischen Götzen „Allah“, das Wort Dschabiha ist verwandt mit dem hebräischen Begriff „zevah“ (hebr.: זבח), was Opfer bedeutet. Der Name, die Praxis der Gebetsausrichtung des Tieres und die Praxis der Ausrufung des Namen „Allah“ über dem Fleisch macht das Fleisch zu Götzenopfer. Somit erfüllt diese Methode nicht die Voraussetzungen für biblisch reines Fleisch.

4.2.2) Jüdische „Schechita“ (Koscher-Schächtung)

Aus dem Verbot des Blutverzehrs und anderen biblischen Vorschriften abgeleitet, wird auf die Schechita erst in rabbanitisch-jüdischen Schriften eingegangen9Talmud bavli, Chullin 1-210Mischne Tora, Sefer Keduscha11Mischne Tora, Hilchot Schechita12Schulchan Aruch, Jore De‘a 1-28. Der „Schochet“ (hebr.: „Schächter“ / Schlachter) selbst muss eine Ausbildung abgeschlossen haben, die sowohl „praktische“ als auch „geistige“ Aspekte seiner Arbeit umfasst. Das Schlachtmesser muss scharf wie eine gute Rasierklinge sein und darf keinerlei Scharten o. ä. aufweisen. Auch der Schlachtprozess selbst ist festen Regeln unterworfen. Erste Voraussetzung ist, dass es ein biblisch reines Tier sein muss („tahor“), dass nicht krank ist und keine Verletzungen hat („koscher“). Mit einem einzigen Schnitt wird die Kehle durchschnitten, wobei beide Halsschlagadern, beide Halsvenen, die Luftröhre, die Speiseröhre sowie beide Vagus-Nerven durchtrennt werden müssen. Dabei dürfen die Gefäße beim Schneiden nicht losgerissen werden. Diese Technik führt bei korrekt ausgeführtem Halsschnitt den Tod in der Regel innerhalb von 10 bis 15 Sekunden, bei sehr großen Tieren maximal 45 Sekunden herbei. Außerdem wird in den allermeisten Fällen darauf geachtet, dass auf den Boden Erde gestreut wird, so dass das Blut auf Erde fällt, um das Blut mit der Erde zu bedecken, wie es biblisch geboten ist. Schechita bezeichnet im rabbanitischen Judentum nicht allein den Prozess der Schlachtung selbst, sondern auch die anschließende Kontrolle des Tieres und des Fleisches. So müssen z. B. alle Blutrückstände beseitigt werden, was gewöhnlich durch entfernen der Adern und Venen, sowie Waschen und Salzen des Fleisches geschieht. Fett um die Organe etc. wird entfernt, da dies biblisch zum Konsum verboten ist. Außerdem wird das Fleisch auf eventuelle Unregelmäßigkeiten (z. B. Krebsgeschwülste) untersucht werden, die das Fleisch “treif” machen würden. Außerdem, wird das Muskelfleisch des Muskel, der auf dem Gelenk der Hüfte ist, entfernt, da dies biblisch belegt ist. Nicht alle dieser Schritte wären biblisch notwendig, damit das Fleisch „tahor“ ist. Auch die karaitischen Juden, die den Talmud nicht als Gesetzestext betrachten, praktizieren die Schechita in ähnlicher Weise, die Unterschiede sind nicht prägnant, Karaiten schlachten meist unter noch strengeren Bedingungen. Aus biblischen Maßstab ist die Schechita die beste Schlachtmethode, welche ich explizit empfehle.

5.) Götzenopferfleisch

Das Thema Götzendienst ist zu umfassend, um es in diese Ausarbeitung mit einzubinden, doch auch das Thema Götzenopferfleisch will ich hier an den wichtigen Punkten anschneiden. Immer wieder treffe ich auf Gläubige, die ihr Fleisch Halal-zertifiziert kaufen, konsumieren und sich dabei auf Paulus berufen.

Was nun das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir, dass ein Götze in der Welt nichts ist, und dass es keinen anderen Gott gibt außer dem Einen. Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jeschua den Gesalbten, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn.

1. Korinther 8:5-6

Diese Verse missbrauchen diese Gläubigen, um den Konsum von Götzenopfer zu legitimieren und weiter beschimpfen sie dann andere Gläubige als schwach, wobei sie sich ebenfalls auf Paulus berufen.

Aber nicht alle haben die Erkenntnis, sondern etliche machen sich ein Gewissen wegen des Götzen und essen (das Fleisch) noch immer als Götzenopferfleisch, und so wird ihr Gewissen befleckt, weil es schwach ist. Nun bringt uns aber eine Speise nicht näher zu Gott; denn wir sind nicht besser, wenn wir essen, und sind nicht geringer, wenn wir nicht essen. Habt aber acht, dass diese eure Freiheit den Schwachen nicht zum Anstoß wird! Denn wenn jemand dich, der du die Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch sitzen sieht, wird nicht sein Gewissen, weil es schwach ist, dazu ermutigt werden, Götzenopferfleisch zu essen?

1. Korinther 8:7-10

Aber dieses Verhalten ist als erstes absolut unbrüderlich und lieblos, denn Paulus sagt im selben Abschnitt, dass jeder Gläubige aus Liebe zum „schwächeren Bruder“ auf eben dieses Götzenopferfleisch verzichten soll.

Und so wird wegen deiner Erkenntnis der schwache Bruder verderben, um dessen willen Christus gestorben ist. Wenn ihr aber auf solche Weise an den Brüdern sündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, so sündigt ihr gegen den Gesalbten. Darum, wenn eine Speise meinem Bruder ein Anstoß (zur Sünde) wird, so will ich lieber in Ewigkeit kein Fleisch essen, damit ich meinem Bruder keinen Anstoß (zur Sünde) gebe.

1. Korinther 8:11-13

Jeder Gläubige, der also Halal-zertifiziertes Fleisch ist, ist irgendwelchen anderen Gläubigen ein Anstoß zur Sünde. Im Umkehrschluss sündigt laut Paulus jeder Gläubige, der nicht darauf acht gibt und weiterhin Halal-zertifiziertes Fleisch isst, gegen den Gesalbten Jeschua selber. Aber Paulus hat mehr als nur diese Verse geschrieben. Al allererstes müssen wir feststellen, dass es eine biblische Hierarchie gibt. Gott hat damals seinem Volk verboten, Götzenopfer zu essen denn der Götzendienst beginnt mit dem Götzenopfermahl.

Und Israel lagerte in Schittim. Da fing das Volk an zu huren mit den Töchtern der Moabiter; die luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter. Und das Volk aß und betete ihre Götter an. Und Israel hängte sich an den Baal-Peor. Da entbrannte JHWHs Zorn über Israel,

4. Mose 25:1-3

Und sie hängten sich an den Baal-Peor und aßen von den Opfern für die Toten.

Psalm 106:28

Doch so wie Paulus in 1. Korinther 8 sagt, „dass ein Götze in der Welt nichts ist, und dass es keinen anderen Gott gibt außer dem Einen“, so war dies doch auch schon zur Zeit der Tora bekannt.

Sie haben mich zur Eifersucht gereizt mit dem, was kein Gott ist, durch ihre nichtigen (Götzen) haben sie mich erzürnt; so will auch ich sie zur Eifersucht reizen durch das, was kein Volk ist, durch ein törichtes Volk will ich sie erzürnen!

5. Mose 32:21

Und trotz des Wissens über die Nichtigkeit der Götzen und der Absolutheit JHWHs, verbot JHWH seinem Volk den Genuss von Götzenopfer. An dieser Stelle müsste man nun die Erlaubnis von Paulus als Anmaßend bezeichnen, da Paulus mutmaßlich der Tora, aber auch der Entscheidung des Apostelkonzil in Apostelgeschichte 15 widerspricht. Laut der Tora, wäre er demnach ein falscher Prophet.

Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und auf die Rechtsbestimmungen, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das euch JHWH, der Gott eurer Väter, gibt. Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote JHWHs, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete.

5. Mose 4:1-2

Wir haben nun zwei Optionen, mit der Situation umzugehen. Entweder wir müssen anerkennen, dass Paulus ein falscher Prophet ist und die Konsequenz wäre, dass wir alle seine Schriften aus der Bibel reißen müssten, oder wir folgen dem Motto „Prüft alles“ und stellen als erstes fest, dass Paulus offensichtlich missverstanden wird, wie es auch schon Petrus bemerkte.

Und seht die Langmut unseres Herrn als (eure) Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben.

2. Petrus 3:15-16

Petrus, ein direkter Jünger von Jeschua bestätigt Paulus als Bruder und indirekt auch als legitimen Schreiber der apostolischen Briefe. Er macht deutlich, dass die Worte von Paulus missbraucht und verdreht werden und die zu Verderben führt. Wenn wir genau schauen, stellen wir fest, dass Paulus beim Apostelkonzil in Apostelgeschichte 15 selber anwesend war und die Entscheidung in Apostelgeschichte 21 explizit bestätigte. Wir müssen also davon ausgehen, dass 1. Korinther 8 hier missverstanden wird. Oft ist es notwendig, den Kontext zu lesen und meinem empfinden nach sollte man hier 1. Korinther 8, 9 und 10 zusammenhängend betrachten. Die Auslösung der Situation kommt im 10. Kapitel.

Seht auf das Israel nach dem Fleisch! Sind nicht die, welche die Schlachtopfer essen, in Gemeinschaft mit dem Altar? Was sage ich nun? Dass das einem Götzen Geopferte etwas sei? Oder dass ein Götzenbild etwas sei? Nein, sondern dass das, was sie opfern, sie den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen. Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilnehmen und am Tisch der Dämonen. Oder wollen wir den Herrn zur Eifersucht reizen? Sind wir etwa stärker als er?

1. Korinther 10:18-22

Paulus macht hier mehr als deutlich, dass es nicht legitim ist, Götzenopfer zu essen. Auch wenn Götzen Nichtigkeiten sind, ist der Götzendienst ein Dienst an den Dämonen, also am Widersacher Gottes. Doch hier kommt dann womöglich ein weiterer Vers zum Einsatz, mit dem Gläubige den Konsum von Halal-zertifizierten Fleisch legitimieren.

Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut. Niemand suche das Seine, sondern das des anderen. Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, esst, ohne es um des Gewissens willen zu untersuchen!

1. Korinther 10:23-25

Ist nun tatsächlich alles erlaubt? Nein! Widerspricht er hier nicht der Tora und sogar seinen eigenen Worten? Nein! Kontext ist wichtig. Paulus ist Jude und lebt als solcher selbstverständlich bibeltreu. Niemals würde Paulus zum Götzendienst, zur Teilnahme am Götzendienst oder zum Essen von Götzenopferfleisch aufrufen, wenn die Tora, oder die Apostel dies verbieten. Aber was ist uns also erlaubt? Alles, was uns auch Gott in seinen heiligen Worten erlaubt hat. Und weshalb dürfen wir dann alles auf dem Fleischmarkt kaufen? Dies lässt sich leicht beantworten.

Wenn das Fleisch korrekt geschlachtet, also nicht erstickt und dafür ausgeblutet ist, wenn das Fett entfernt wurde und das Blut mit Erde bedeckt ist, es außerdem keinem Götzen geopfert ist, dann ist es „tahor“, selbst wenn es nicht „koscher“, also „treif“ ist. Wenn man nun auf den Fleischmarkt ging, und am Stand nicht stand „den Götzen geopfert“, man sich aber sicher war, dass es nach biblischen Maßstäben geschlachtet war, wäre es völlig legitim gewesen, dieses Fleisch ohne weiteren Fragen zu kaufen. Doch die heidnische Praxis glich nicht den biblischen Maßstäben, weshalb es damals vermutlich Grundvoraussetzung war, auf dem jüdischen Fleischmarkt das Fleisch zu kaufen, also beim „Schochet“ im jüdischen Stadtviertel. Unabhängig dieser Thematik bleiben aber die missbräuchlich genutzten Verse aus 1. Korinther 8, denn wenn jemand beim muslimischen Metzger Fleisch kauft, gibt er damit nicht Zeugnis über Jeschua ab und zusätzlich zum Anstoß gegen Brüder , wird jeder Andere denken, dass man Muslim sei. Abgesehen davon, dass beim Halal-zertifizierten Fleisch das Blut nicht auf die Erde fließt und mit Erde bedeckt wird, das Fett und auch nicht Sehne und Muskel der Hüfte nicht entfernt werden, kann ich in Anbetracht dieses Themas den Kauf von Halal-zertifizierten Fleisch absolut nicht empfehlen.

6.) Fazit zum Blut, Erstickten und Götzenopferfleisch

Die Bibel gebietet uns an vielen Stellen, uns von ersticktem Fleisch, von blutigem Fleisch und von Götzenopferfleisch zu enthalten. Außerdem schreibt die Bibel vor, dass das Blut auf die Erde fließen und bedeckt werden soll, und bei manchen Tieren gewissen Fette und die Sehne bzw. der Muskel über der Hüfte entfernt werden soll. Die jüdische Schechita ist in der Bibel nicht geboten, jedoch derzeit die einzige Möglichkeit, dass diese Gebote gewährleistet werden, wenn man nicht selber heimlich schlachten kann oder möchte. Falls jemand den Wunsch verspürt, koscheres Fleisch zu essen, kann man dies oft in der örtlichen Synagoge, in ausgewählten Supermärkten vor Ort kaufen oder alternativ im Internet kaufen. Meine persönliche Empfehlung ist es, sich gefrorenes Fleisch bei KOSHER4U13Gefrorenes Fleisch: https://www.kosher4u.eu/fresh/frozen-products/frozen-meat-fish, am 22.03.2022 zuletzt aufgerufen.14Frisches Fleisch: https://www.kosher4u.eu/fresh/fresh-meat-poultry, am 22.03.2022 zuletzt aufgerufen. per Expressversand zu bestellen. Dabei habe ich stets nur gute Erfahrungen gemacht. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass es das Allerbeste wäre, wenn wir Gläubigen wieder lernen würden, wie man selber Tiere schlachtet und unser Fleisch dementsprechend auch selber schlachten, wie es zur Zeit meiner Großeltern noch möglich war. Hühner darf man tatsächlich zu nicht-kommerziellen Zwecken ganz legal im eigenen Garten schlachten.

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Disclaimer:
Alle biblischen Zitate wurden, sofern nicht anders gekennzeichnet, der Schlachter 2000 entnommen. Die Texte in Bibelzitaten, die (in Klammern geschrieben) sind, sind Ergänzungen der Bibelübersetzer. Die Namen wurden vom Autor dem biblischen Verständnis oder dem Kommentar der Übersetzer nach wörtlich aber nicht inhaltlich geändert (z. B.: der HERR = JHWH; oder: Jesus = Jeschua). Die Texte in Bibelzitaten, die fett geschrieben sind, sind persönliche Hervorhebungen des Autors in Bezug zum Inhalt dieser Ausarbeitung. Die Texte in Bibelzitaten, die [in eckigen Klammern geschrieben] sind, sind persönliche Ergänzungen des Autors. Ich bitte den Leser diese Ausarbeitung gemäß den Worten der Bibel zu prüfen: >>Die Weissagung verachtet nicht! Prüft alles, das Gute behaltet! Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!<< (1. Thessalonicher 5:20-22)

3 Gedanken zu “DAS APOSTELKONZIL – TEIL 1: Blut, Ersticktes und Götzenopferfleisch”

    1. Guten Tag Sonja. Wenn man für sich entschieden hat frei von Blut zu leben, ist dies tatsächlich ein Punkt, der sich dieser Thematik anschließt. An sich sind Milchprodukte kein Problem aber viele Milchprodukte, z. B. Käse und Molke werden durch Zugabe von Lab gewonnen. Wenn es tierisches Lab ist, wurde dies bei einer herkömmlichen Schlachtung gewonnen. Da wir als Familie und Gemeinde versuchen, uns von Blutigen zu enthalten, haben wir für uns beschlossen, deshalb auf tierisches Lab, bzw. Produkte, die durch tierisches Lab gewonnen wurden, zu verzichten. Wenn auf einem Milchprodukt ein V-Label für vegetarische Lebensmittel abgebildet ist, sind diese völlig unproblematisch. Bei Produkten, wo das Siegel nicht abgebildet ist, muss man dann die Inhaltsstoffe durchschauen. Sobald mikrobielles Lab oder Labaustauschstoff auf der Inhaltsliste steht, dürfte das Produkt unproblematisch sein. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass keine Gelatine enthalten ist, dies kann bspw. in Frischkäse, Weichkäse, Jogurt, Pudding und Creme Fraiche enthalten sein, ist aber grundsätzlich als Inhaltsstoff gelistet. Wenn ein Produkt Süßmolke enthält, das Prdukt aber nicht als vegetarisch zertifiziert wurde, fragen wir beim Hersteller nach. Gottes Segen, Baruch.

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