PERLEN DER TORA: PARASCHA „WAERA“


Krija Alef: 2.Mose 6:2-13

Und Gott redete mit Mosche und sprach zu ihm: Ich bin JHWH; ich bin Awraham, Jizchak und Jaakow erschienen als »Gott, der Allmächtige«; aber mit meinem Namen »JHWH« habe ich mich ihnen nicht geoffenbart. 2.Mose 6:2-3

Manche Gläubige horchen bei diesem Satz auf, und Ungläubige missbrauchen ihn gerne, um Gott einer vermeintlichen Lüge zu bezichtigen. Dies lässt sich damit begründen, dass es viele Bibelstellen gibt, in denen bspw. „Da sprach JHWH zu Awraham“ (vgl. 1.Mose 18:13) steht. Auch heißt es:

[…] Damals fing man an, den Namen JHWHs anzurufen.

1.Mose 4:26

Was bedeutet, dass Awraham eigentlich den Namen JHWHs gekannt haben muss. Doch in dem obigen Satz geht es nicht darum, ob Awraham den Namen kannte, ob er die korrekte Aussprache wusste, oder ob er den Namen im Gebet nutzte. Gott sagt, dass er sich mit seinem Namen „JHWH“ nicht offenbart hatte. Erst als Gott zu Mosche spricht und sich ihm vorstellt, wird die Bedeutung des Namen von JHWH selbst offenbart. JHWH ist eine Zusammensetzung mehrerer Wörter und bedeutet „Ich werde sein, der ich sein werde“[mfn]siehe www.bibel-lernen.de/gottes-name[/mfn]. Diese Bedeutung offenbart Gottes Persönlichkeit, sein innerstes Wesen, dass Awraham, Jizchak und Jaakow im Gegensatz zu Mosche nicht offenbart bekamen.

Noch dem Gott noch einmal klar macht, wer er ist, verspricht er mosche, dass er vier Erlösungshandlungen vollbringen wird: Er würde die Israeliten aus ihrem Leiden in Ägypten herausbringen, sie aus der Sklaverei retten, sie mit ihrem ausgestreckten Arm von ihrer Unterdrückung befreien und sie zu seinem eigenen, auerwählten Volk erklären. Diese vier Versprechen werden in der rabbanitischen Tradition auch als „vier Ausdrücke der Erlösung“ bezeichnet. Sie werden traditionell während des Pessachfestes mit vier Kelchen voll Wein gefeiert[mfn]siehe https://t.me/bibellernendechat/2018[/mfn]. Für dieser Befreiungsaktionen verwendete Gott die folgenden hebräischen Wörter:

[1] we-hozeti (Strong‘s H3318): und ich will euch herausführen
[2] we-hizalti (Strong‘s H5337): und ich will euch erretten
[3] we-gaalti (Strong‘s H1350): und ich will euch erlösen
[4] we-lakachti (Strong‘s H3947): und ich will euch annehmen
[5] we-heweti (strong‘s H935): und ich will euch bringen

Darum sage den Kindern Israels: Ich bin JHWH, [1] und ich will euch aus den Lasten Ägyptens herausführen [2] und will euch aus ihrer Knechtschaft erretten [3] und will euch erlösen durch einen ausgestreckten Arm und durch große Gerichte. [4] Und ich will euch als mein Volk annehmen und will euer Gott sein; und ihr sollt erkennen, dass ich, JHWH, euer Gott bin, der euch aus den Lasten Ägyptens herausführt. [5] Und ich will euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, dass ich es Abraham, Isaak und Jakob gebe. Das will ich euch zum Besitz geben, ich, JHWH.

2.Mose 6:6-8

Vor zweitausend Jahren, als das jüdische Volk im verheißenen Land lebte, wurde der fünften Äußerung während des Pessach-Seder mit einem fünften Kelch Wein gedacht.

Obwohl Gott das jüdische Volk aus seinem Exil gerettet und in das Land zurückgebracht hat, gilt der fünfte Kelch als eine vollständige Erlösung durch den Messias. Dieser fünfte Kelch des Pessachfestes heißt daher traditionell „Kelch des Elija“ und bleibt symbolisch unberührt. Folgt man der rabbanitischen Tradition des Pessach-Seder und stellt diese in Kontext zu den Berichten des letzten Abendmahl, erkennen wir, dass Jeschua beim dritten „Kelch der Erlösung“ seine bekannten Worte sagte.

Und er nahm den Kelch und segnete, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus! Denn das ist mein Blut, das des erneuerten Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch aber: Ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu mit euch trinken werde im Reich meines Vaters!

Matthäus 26:27-29

Das Besondere ist, dass Jeschua auch den vierten Kelch nicht anrührt. Dieser Kelch ist der „Kelch der Annahme“. Diese Annahme ist in der biblischen Bildsprache auch „die Hochzeit“. Jeschua nimmt oft Bezug darauf und in der Offenbarung lesen wir viel davon. Diese Hochzeit ist sozusagen Gottes Krönungszeremonie und unsere Annahme in Gottes Königreich. Das besondere in diesem Bild ist der traditionelle Charakter, denn damals war es üblich für den Bräutigam ab der Verlobung, bis zur Hochzeit, keinen Wein mehr zu trinken. Jeschua folgt dieser Tradition an dieser Stelle, um hier ein Symbolbild für uns zu schaffen. Es ist kein allgemeiner Aufruf, dass wir keinen Alkohol mehr trinken sollen, sondern diente insbesondere damals den Jüngern, aber auch uns heute, die Aufgabe und das Wesen des Gesalbten besser nachzuvollziehen


Krija Bet: 2.Mose 6:14-28

An dieser Stelle wird plötzlich der Stammbaum von Mosche und dem Stamm der Lewiten eingeschoben. Hierbei erhalten wir spannende Hintergrundinformationen. Die Eltern von Aharon, Mirjam und Mosche sind in einem Verwandschaftlichen Verhältnis, dass später von Gott verboten wird. So ist Jochebed, die Tante von Amram (vgl. 3.Mose 18:12). Es gibt nun mehrere Möglichkeit, damit umzugehen. Einerseits könnte es sein, dass dieses Gebot der Tora zur damaligen Zeit noch nicht, oder nicht mehr bekannt war – oder aber, dass Jochebed und Amran tatsächlich im Wissen sündigten. Ich persönlich halte ersteres für wahrscheinlicher. In jedem Fall zeigt es, wie auch im Stammbaum Jeschuas, dass ein unperfekter Stammbaum niemals die Nachkommenschaft definiert. Obwohl die Tora die Ehe zwischen Tante und Neffe verbietet, wurde Aharon der Hohepriester und Mosche der große Prophet von JHWH. Ebenso verhält es sich mit Jeschua, der der Gesalbte Sohn Gottes ist, obwohl zu seinen Vorfahren der falsche Jehuda und die vermeintliche Hure Tamar, die tatsächliche Hure Rahab und auch die moabitische Ruth gehören. Doch diese Menschen bewiesen in der Umkehr vom falschen Lebensstil wahre Gottesfurcht und trotz eines unperfekten Stammbaum wurde Jeschua nicht durch die Vergangenheit der Vorfahren definiert. Ähnlich verhält es sich auch mit der Ehefrau von Aharons Sohn Elieser. Wir lesen nur, dass es eine Tochter von Putiel ist, doch nirgendwo lesen wir, dass Putiel ein Nachfahre Israel ist. Grundsätzlich muss man hier also davon ausgehen, dass Putiel ursprünglich heidnischer Herkunft war. Die Rabbaniten identifizieren Putiel mit Mosches Schwiegervater. Gleichzeit erkennen wir an Putiels Namen, dass Putiel Gott kannte – sein Name bedeutet „Gott ist meine Fülle“. Diese Fülle galt primär immer Israel, doch waren stets die Türen und Tore weit offen, so dass sich auch Heiden dem Volk anschließen konnten. Auch mit uns ist dies so: Wir haben vielleicht rumgehurt oder waren Götzendiener bevor wir zum Glauben kamen, doch in Jeschua finden wir eine neue Identität als Teilhaber des Volk Israel.

[…] ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes im Gesalbten Jeschua; denn ihr alle, die ihr in den Gesalbten hinein getauft seid, ihr habt den Gesalbten angezogen. […] ihr seid alle einer im Gesalbten Jeschua. Wenn ihr aber dem Gesalbten angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.

Galater 3:26-29


Krija Gimmel: 2.Mose 6:29-7:7

Wie schon in der Parascha Schemot stoßen wir auch hier auf eine Bibelstelle, die für manche Christen sehr fragwürdig klingt. Mosche ist Gott? Wie kann das sein?

Und JHWH sprach zu Mosche: Siehe, ich habe dich dem Pharao zum Gott gesetzt, und dein Bruder Aharon soll dein Prophet sein.

2.Mose 7:1; SCH2000

Und JHWH sprach zu Mosche: Siehe, ich habe dich für den Pharao zum Gott eingesetzt, und dein Bruder Aharon soll dein Prophet sein.

2.Mose 7:1; ELB2006

Inhaltlich sagt der hebräische Text tatsächlich aus, dass Mosche zum Gott eingesetzt wird. Auch jüdische Übersetzungen sagen dies aus.

Und JHWH sprach zu Mosche: Siehe, ich setze dich zum Gott über Pharao, und Aharon dein Bruder wird dein Prophet sein.

2.Mose 7:1; ZUNZ

JHWH aber sprach zu Mosche: «Sieh, ich habe dich als Gott für Pharao eingesetzt, und Aharon, dein Bruder, soll dein Weissager sein.

2.Mose 7:1; NHTS

Solche Verse bringen manche Christen immer wieder in Schwierigkeiten, da viele annahmen, dass „Gott“ ein Eigenname ist oder als Titel nur dem Gott der Christen vorbehalten sei. Der hebräische Begriff „El“ (hebr.: Gott) ist aber kein Titel, der nur dem Gott Israels vorbehalten ist. Wie wir hier merken, können auch Menschen als „Gott“ bezeichnet werden. Dies liegt daran, dass die hebräische Sprache eine völlig andere Definition des Gottesbegriffs hat, als wir es aus dem Deutschen kennen. „El“ definiert primär jemanden, der Autorität hat und lässt sich besser mit „Richter“ oder „Machthaber“ übersetzen. Mosche wurde an dieser Stelle somit zum „Machthaber“ eingesetzt. Ebenso wurde Jeschua als Machthaber über uns Menschen gesetzt, wie wir in den Propheten lesen.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und es wird die Herrschaft auf seiner Schulter sein, und wird genannt beim Namen: Wunderbarer, Ratgeber, mächtiger Machthaber, mein Vater ist ewig, Friedefürst.

Jesaja 9:5

In Jesaja 9:5 stehen für „mächtiger Machthaber“ die Worte „El-Gibbor“, die im Gegensatz zum Titel „El-Schaddai“ (hebr.: allmächtiger Machthaber) stehen. Dieser erste Titel bezieht sich auf Jeschua in der Rolle als von Gott bevollmächtigten Richter – der zweite Titel ist dem allmächtigen Gott JHWH vorbehalten.

Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jeschua den Gesalbten, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn.

1.Korinther 8:5-6

Mosche diente hier als Bevollmächtigter des allmächtigen Gottes und stand in der Postition als ein Gott – doch er war nicht der allmächtige Gott – ebenso wie Jeschua auch! Wie Gott es ihnen befohlen hatte, kehrten nun Mosche und sein Bruder Aharon immer wieder zum Pharao zurück und forderten, dass er Gottes Volk gehen lasse, damit sie ihm in der Wüste dienen könnten. Dieser ganze Bericht über Gottes Erlösung Israels aus Ägypten hat eine geistliche Parallele in unserer Erlösung aus dem Reich der Finsternis, raus. Wir werden durch den Glauben an Jeschua – das Pessachlamm – vom Widersacher befreit, um nicht einfach wegzugehen und unser „eigenes Ding“ zu machen. Wie bei den Israeliten besteht der Zweck unserer Freiheit darin, dem lebendigen Gott zu dienen.

Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.

Kolosser 1:13-14

Der Pharao weigerte sich jedoch, wie Gott vorausgesagt hatte (vgl. 2.Mose 4:21, 7:3), immer noch, das Volk gehen zu lassen; Daher sandte Gott sein Urteil über Ägypten in Form der Zehn Plagen.

Und der Pharao wird nicht auf euch hören, so dass ich meine Hand an Ägypten legen und mein Heer, mein Volk, die Kinder Israels, durch große Gerichte aus dem Land Ägypten führen werde.

2.Mose 7:4


Krija Dalet: 2.Mose 7:8-8:6

Gott gab Mosche und Aharon ein besonderes Zeichen, um es den Pharao zu zeigen. Im Hebräischen heißt das Zeichen Mofet, was Zeichen oder Wunder bedeutet. Im Gegensatz zu den Wundern, die Gott Mosche für Israel gab (vgl. 2.Mose 3:18, 4:1-17) fehlte das Wunder des Aussatzes. Dies ist ein Zeichen für Israel, welches wieder an die Brust gedrückt wird und heilt – und musste nicht Mosche sondern Aharon seinen Stab werfen. Aharon sollte seinen Stock vor den Pharao werfen, und es würde sich verwandeln. In den meisten deutschen Übersetzungen lesen wir, dass der Stock eine Schlange wurde; aber im Hebräischen wird das Wort „tannin“ (Strong‘s H8577) verwendet, während Schlange bei Mosche (vgl. 2. Mose 4) mit „nahasch“ (Strong‘s H5175) wiedergegeben wird. Tannin hingegen kann nicht nur eine Schlange, sondern auch ein anderes, größeres Reptil oder einen Drache bezeichnen.

Doch das Herz des Pharao verstockte sich, und er hörte nicht auf sie, so wie JHWH es gesagt hatte.

2.Mose 7:13

Alle wunder bewirkten nicht, was man sich zunächst erhoffen würde. Statt das Volk gehen zu lassen, verhärtete sich das Herz des Pharao. Die meisten Übersetzer nutzen das Wort „verstockt“ oder alternativ „verhärtet“. Die Tora verwendet hier das hebräische Wort „chasak“ (Strong’s H2388), was wörtlich mit „fest sein“, „fest werden“, „stark sein“, „stark werden“ oder „stärken“ übersetzt werden muss. Der Pharao hatte schon eine Herzenshärte gegen Israel, er hatte sie versklavt und diese Verhärtung wurde nur noch gefestigt. Davon lesen wir in den kommenden Kapiteln immer wieder.

Anschließend begann Gott mit den großen Plagen. Das Wort im Hebräische Wort „Makot“ (Strong‘s H4347) bedeutet eigentlich nicht Plagen, sondern „Schläge“. Diese Schläge werden im Judentum jedes Jahr während des zweiten Weinkelch des Pessach-Seder in Erinnerung gebracht. Für jede der Plagen wird ein Finger in den Kelch getunkt und ein Tropfen Wein aus dem Becher genommen um ihn zu verspritzen. Die Idee hinter diesem Brauch ist, dass unser Kelch – der die Freude der Befreiung darstellt – nicht voll sein kann, während andere leiden. Zunächst wurde das Wasser des Nils in Blut (hebr.: Dam) umgewandelt, wodurch es untrinkbar wurde und als nächstes kamen dann viele Frösche (hebr.: zefardeim) in das Land. Der Pharao rief nun Mosche herbei.

Da rief der Pharao Mosche und Aharon und sprach: Bittet JHWH, dass er die Frösche von mir nimmt und von meinem Volk, so will ich das Volk ziehen lassen, damit es JHWH Opfer darbringen kann! Und Mosche sprach zum Pharao: Du sollst die Ehre haben, zu bestimmen, auf wann ich für dich, für deine Knechte und für dein Volk erbitten soll, dass die Frösche von dir und deinen Häusern vertrieben werden und nur im Nil bleiben. Er sprach: Auf morgen! Da sprach Mosche: Wie du gesagt hast; damit du erfährst, dass niemand ist wie JHWH, unser Gott!

2.Mose 8:4-6

Viele rabbanitische Kommentatoren wie Ramban, Chizkuni usw. schreiben, dass der Pharao vermutete, dass die Frösche schon am selben Tag auf natürliche Art und Weise weg gehen würden. Deshalb bat er Mosche erst für „morgen“ zu beten, um Mosche als Lügner zu entlarven. Doch die Frösche blieben und gingen erst am nächsten Tag weg – so dass dies zur Verherrlichung JHWHs beitrug.

Spannend ist, dass sich die Schläge alle wissenschaftlich erklären lassen. Manche würden nun behaupten, dass das Pochen auf eine wissenschaftliche Beweisbarkeit einen mangelnden Glauben bezeugen würde. Jedoch muss uns bewusst sein, dass Gott die Welt mit allen Naturgesetzen erschuf – es ist absolut sinnvoll, dass er auch Naturgesetze schuf, um die Schläge zu ermöglichen. Ein weiteres Zeugnis von Gottes Größe!

Die Rotfärbung des Wassers und das Sterben kann man evtl. auf die Algenart der roten Tiden zurückzuführen, die neben der Farbänderung des Wassers solche Giftmengen produzieren können, dass es zu massivem Fischsterben und Muschelvergiftungen kommt. Der Nil war die Lebensader des ägyptischen Reiches und extreme Hochwasser und Dürreperioden brachten das sensible Ökosystem aber immer wieder aus dem Gleichgewicht. Neben Algen könnten auch Sinkstoffe aus abessinischen Seen Grund für eine rote Färbung des Nil gewesen sein. Noch heute lassen sich im Nil Mikroorganismen nachweisen, die Fischsterben und Stressreaktionen bei Fröschen auslösen können. Auch ein Vulkanausbruch könnte nicht nur sauren Regen, sondern auch toxische Substanzen nach Ägypten gebracht haben. Die Amphibien flohen in Scharen ans Land, wo sie bald durch Hitze und Austrocknung verendeten.

Jede der Schläge symbolisierte auch einen Schlag gegen die ägyptischen Götzen. Jede Naturgewalt hatte einen eigenen Götzen, den JHWH mit den einzelnen Schlägen besiegte. „Hapi“ war der ägyptischer Gott des Nil und wurde als ein Wasserträger dargestellt. Sieben Tage – eine heilige Zahl – lang blieb das Wasser in ganz Ägypten zum Trinken ungeeignet . Dies war eine gute Zeitspanne, um zu zeigen, dass JHWH allen anderen Göttern Ägyptens überlegen war. „Heket“ war die ägyptische Götzin der Fruchtbarkeit, des Wassers und der Erneuerung. Sie wurde mit dem Kopf eines Frosches dargestellt. Die Zauberer des Pharaos konnten noch mehr Frösche herbeischaffen, um die Macht Gottes zu imitieren, aber nur Mosche war in der Lage, die Frösche verschwinden zu lassen. Dies war ein Angriff auf die ägyptische Religion.


Krija He: 2.Mose 8:7-18

Durch das von den Algen ausgelöste Fisch- und Amphibiensterben fand die natürliche Regulation der Stechmückenbrut nicht mehr statt. Demzufolge entwickelten sie sich im Wasser des Nils ungehindert und wurden dann an Land zur Plage. Bis zur Mückenplage konnten die ägyptischen Magier und Zauberer die Schläge duplizieren, aber ab diesem Schlag konnten sie es nicht mehr.

Da sprachen die Zauberer zum Pharao: Das ist der Finger Gottes! Aber das Herz des Pharao war verstockt, so dass er nicht auf sie hörte, wie JHWH es gesagt hatte.

2.Mose 8:15

Der Pharao hatte sein Herz verstockt und wollte nicht auf die Stimme der Vernunft hören – eines der sichersten Zeichen des Stolzes. Ein bescheidener Mann korrigiert sich bereitwillig, aber eine Person mit Stolz wird sofort defensiv und hört nicht auf andere. Dies kann zu seinem eigenen Untergang führen.

Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall.

Sprüche 16:18

„Geb“ war der ägyptischer Götze der Erde und herrschte über den Staub der Erde. Der Staub, der bei der Erschaffung des Menschen genutzt wurde, wurde hier nun benutzt, um die Menschen zu schlagen und um sie an ihre Sterblichkeit und Sünden zu erinnern, die beide zum Tod führen. Schließlich wurden auch die Magier des Pharaos gedemütigt, weil sie mit dieser Macht, die so viel größer war als sie selbst und die Kräfte, die sie von ihren ägyptischen Göttern und Göttinnen hatten, nicht mithalten konnten. Dies war die letzte Plage, die Aharons Mitwirkung erforderte, denn die nächsten drei Plagen wurden durch das Wort von Mosche selbst ausgerufen.


Krija Waw: 2.Mose 8:19-9:16

Obwohl der Pharao versprach, das israelische Volk nach der Mückenplage gehen zu lassen, verhärtete er sein Herz und widersetzte sich seinem Versprechen. Daraufhin schickte Gott Hundsfliegen (hebr.: Arov), die das Land bedeckten, und dann eine Viehseuche (hebr.: Dever), die durch die Insekten und Entzündungen durch offene Stichwunden übertragen wurden, die alle Rinder tötete. Aber Gott unterschied zwischen Israel und Ägypten. Während das ganze Vieh Ägyptens starb, fiel nicht einmal eines der israelischen Tiere an der Krankheit.

Und JHWH wird einen Unterschied machen zwischen dem Vieh der Kinder Israels und dem Vieh der Ägypter, so dass von allem, was den Kindern Israels gehört, kein einziges sterben wird!

2.Mose 9:4

Dies unterstreicht die Wichtigkeit und Zuverlässigkeit einer Bundesbeziehung mit dem allmächtigen Gott. Keiner der besten Zauberer in Ägypten konnte sie vor der Hand Gottes retten. In der sechsten Plage, als Gott Staub in schmerzhafte Geschwüre über Mensch und Tier verwandelt hatte, litten selbst die Magier, und sie konnten nicht vor vor Mose treten. Auch diese Krankheit konnte durch Insekten, Milben oder Bakterien in der Erde ausgelöst werden, z.B. Staubmilben und Sandmücken.

„Chepri“ war der ägyptische Götze der Schöpfung, der Bewegung der Sonne, der Wiedergeburt, und hatte den Kopf einer Fliege. Von Fliegen geplagt, versuchte der Pharao eine neue Taktik und begann mit JHWH zu verhandeln, was seinen Wunsch zeigte, seine Macht und Autorität über Gott zu behalten. Er versuchte, die Bedingungen für das Angebot zu diktieren, indem er ihnen sagte, dass sie opfern dürfen, aber nur im Land, womit er die von JHWH geforderte dreitägige Reise eindeutig nicht einhielt. Mosche gab nicht nach und der Pharao erlaubte ihnen zwar, das Land zu verlassen, sagte ihnen aber, dass sie nicht sehr weit gehen sollten. Sobald der Schlag von JHWH beendet wurde, brach der Pharao sein Versprechen und lies sie nicht gehen, sondern betet weiterhin seine ägyptischen Götzen an. „Hator“ war die ägyptische Götzin der Liebe und des Schutzes. Normalerweise wurde diese ägyptische Göttin mit dem Kopf einer Kuh dargestellt. Der Schlag wurde mit einer Vorwarnung angekündigt, die eine Zeit der Buße vorsah, die aber nicht beachtet wurde. „Morgen“ würde die Hand JHWHs auf dem gesamten Viehbestand zu spüren sein, nur auf dem der Ägypter. Für die Ägypter bedeutete diese Plage ein riesiges wirtschaftliches Desaster in den Bereichen Nahrung, Transport, militärische Versorgung, Landwirtschaft und Wirtschaftsgüter, die von diesem Vieh produziert wurden. Dennoch blieb das Herz des Pharaos hart und er wollte nicht auf den Herrn hören, sondern blieb den ägyptischen Götzen treu. „Isis“ war die ägyptische Götzin der Medizin und des Friedens. Die sechste ägyptische Plage kam unangekündigt und griff zum ersten Mal direkt das ägyptische Volk selbst an. Da Sauberkeit in der ägyptischen Gesellschaft an erster Stelle stand, erklärt diese Plage das Volk für „unrein“. Die Magier, die in den vorangegangenen Plagen zu sehen waren, sind in diesem unreinen Zustand nicht mehr in der Lage, Rituale für ihre ägyptischen Götzen zu vollziehen, so dass sie nicht einmal mehr vor dem Pharao stehen dürfen. Der Kontrast ist großartig, denn Mosche und Aharon sind die einzigen, die mit JHWH an ihrer Seite noch vor dem Pharao stehen.

Und der Pharao sandte Boten hin, und siehe, von dem Vieh Israels war nicht eines gestorben. Gleichwohl blieb das Herz des Pharao verhärtet, sodass er das Volk nicht ziehen ließ. […] Aber JHWH verstockte das Herz des Pharao, dass er nicht auf sie hörte, so wie JHWH es Mosche gesagt hatte.

2.Mose 9:7-12

Nachdem der Pharao sein Herz immer mehr verhärtet hat und diese Verhärtung stärkte, kommt an dieser Stelle ein Wendepunkt, dass JHWH diese Verhärtung bestätigt. Gott spricht an vielen Stellen davon, dass wenn Sünde wiederholt geschieht, er diese Person heimsuchen wird. Viele Christen missverstehen solche Verse damit, dass Gott sie also bestrafen wird – viele Verbinden die „Heimsuchung“ mit Märchen, in denen Menschen von Geistern heimgesucht, also gestört werden. Das Hebräische Wort, dass deutsche Übersetzer oft mit „heimsuchen“ wiedergeben lautet „pakad“ (Strong’s H6485) und bedeutet aber nichts dergleichen. Der deutsche Begriff „heimsuchen“ bringt es ursprünglich auf den Punkt. Gott besucht jemanden daheim – um zu schauen, ob die Person in ihrer Schuld verharrt. An manchen Bibelstellen steht die Heimsuchung nicht im negativen, sondern im positiven Fokus.

Und Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe; aber Gott wird euch gewiss heimsuchen und euch aus diesem Land hinaufführen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat. Und Joseph nahm einen Eid von den Söhnen Israels und sprach: Gewisslich wird Gott euch heimsuchen, und ihr sollt dann meine Gebeine von hier hinaufbringen!

1.Mose 50:24-25

Sofern wir in Gottes Willen stehen, wird die Heimsuchung eine wunderbare Sache sein, doch selbstverständlich kann es fatale Folgen haben, wenn Gott uns daheim besucht und nichts als Sünde und Rebellion feststellt.

Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht in meinen Verordnungen wandeln, wenn sie meine Satzungen entheiligen und meine Gebote nicht beachten, so will ich ihre Abtrünnigkeit mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Schlägen; aber meine Gnade will ich ihm nicht entziehen und meine Treue nicht verleugnen; meinen Bund will ich nicht ungültig machen und nicht ändern, was über meine Lippen gekommen ist.

Psalm 89:31-35

Dieses Prinzip, dass für Israel gilt, galt auch dem Pharao. Gott gab ihm mit jedem Schlag die Möglichkeit zur Umkehr, doch er verhärtete sein Herz – bis JHWH schließlich bei der Heimsuchung erkannte, dass diese Verhärtung nicht mehr zu lösen war. Das besondere an diesem Geschehen ist der Kontext zum religiösen Verständnis der damaligen Ägypter. Diese glaubten damald, dass die Taten eines Menschen durch das Herz repräsentiert werden und ein leichtes Herz das Symbol für gute Taten und Sündlosigkeit sei. Ein schweres und hartes Herz hingegen war das Zeichen für böse Taten und Sünden im Leben. Wertvolle archäologische Funde zeugen davon, wie sich die Ägypter damals das Gericht nach dem Tod vorstellten. Dieses sogenannte ägyptische Totenbuch (Originaltitel: „Buch vom Heraustreten in das Tageslicht“ oder „Herausgehen am Tage“) ist eine Sammlung von Zaubersprüchen, Beschwörungsformeln und liturgischen Anweisungen. Eine berühmte Gerichtsszene aus dem Totenbuch zeigt, wie der schakalköpfige Anubis, der Götze der Balsamierer, den Verstorbenen vor den Götzen Osiris führt. Der Götze der Unterwelt hat den Vorsitz in dem Gerichtsprozess. Zu Beginn der Verhandlung wird das Herz des Toten auf eine Standwaage gelegt und gegen die „Maat” aufgewogen. Maat war das altägyptische Konzept für Gerechtigkeit, Weltordnung, Wahrheit, Staatsführung und Recht. Es wurde durch eine altägyptische Götzin verkörpert, die seit dem Alten Reich belegt ist. In den meisten Darstellungen wurde sie als Auge oder im Kontext des Gerichts als Feder abgebildet. Thot, der ibisköpfige Götze der Schreiber, führt das Protokoll. Unter der Waage lauert als Scharfrichter ein Monstrum, das in sich die drei gefährlichsten Tiere des Landes am Nil vereinigt. Es hat den Kopf eines Krokodils, den Rumpf eines Löwen und das Hinterteil eines Nilpferds. Fällt der Urteilsspruch des Totengerichts gegen den Verstorbenen aus, öffnet das Monstrum sein riesiges Maul und verschlingt den Verurteilten. Dies geschieht, wenn das Herz schwerer ist als die Feder.

Jedes Mal also, wenn die Tora sagt, dass das Herz des Pharao sich verhärtete, spottete der Autor über den Pharao und seinen Glauben, dass er schuldlos sei. Mit jeder Wiederholung, dass das Herz verhärtet wurde, zeigt uns Gott, dass dieser Pharao keinem Gericht standhalten konnte.


Krija Sajin: 2.Mose 9:17-35

Die Parascha dieser Woche endet mit der siebten Hagelplage (hebr.: Barad). Gott sandte Donner, Feuer und einen schweren Hagel, der alles und jeden auf dem Feld zerstörte – Mensch, Tier und alle Vegetation. Nur in Goschen, wo die Israeliten lebten, gab es keinen Hagel. Wissenschaftler vermuten, dass die Schlage gegen Ägypten mit dem Ausbruch eines Vulkans zusammenhängen. Vulkanische Tätigkeit bringt Asche und Schwefel mit sich und verändert auch das Wettersystem. Aber auch völlig unabhängig davon kann es heute in Ägypten in den Monaten Januar und Februar zu Hagelschlag kommen. Starke Gewitter mit Hagelstürmen hinterließen eine beeindruckende Schneise der Zerstörung.

„Nut“ war die ägyptische Götzin des Himmels. Die Ägypter spalteten sich nun bei diesen Schlag in die Ungehorsamen und diejenigen, die die Warnung ernst nahmen, sich also zu JHWH bekannten, was sich in ihrem Gehorsam und ihrer Bereitschaft zeigt, in den Schutz ihrer Häuser zu fliehen. Interessanterweise bestand die Ernte, die durch den Hagel zerstört wurde, aus Flachs und Gerste, die auf den Feldern heranreiften. Diese beiden Feldfrüchte waren nicht der Hauptbestandteil ihrer Ernährung, sondern wurden vor allem für ihre Kleidung und Trankopfer verwendet. Die Zerstörung machte das Leben der Ägypter unangenehm, aber der Weizen überlebte, soweit es ihre Nahrungsversorgung betraf. Das gab den Ägyptern noch eine weitere Chance, sich dem JHWH zuzuwenden und ihre eigenen ägyptischen Götzen zu verlassen und so JHWHs Barmherzigkeit und Gnade zu erleben.

Wir wissen aus dem Buch der Offenbarung, dass viele dieser Plagen die Bewohner der Erde in der Endzeit erneut treffen werden. Diese Ereignisse in Ägypten lassen ahnen, was in den letzten Tagen – weltweit – kommen wird. In seiner Vision beschreibt der Apostel Jochanan (hebr.: Johannes) die sieben letzten Plagen der Erde:

Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar: sieben Engel, welche die sieben letzten Plagen hatten; denn mit ihnen ist der Zorn Gottes vollendet.

Offenbarung 15:1

Während Gott die Fülle seines Zorns auf die Erde ergießt, erscheinen widerliche Wunden bei all denen, die das Malzeichen des Tieres angenommen haben und sein Bild anbeten, und dann wird das Wasser wie in Ägypten zu Blut (vgl. Offenbarung 16:2–6). Andere Plage bombardieren auch die Erde, wie Dunkelheit, versengendes Feuer und zerstörerischer Hagel.

Und ein großer Hagel mit zentnerschweren Steinen kam aus dem Himmel auf die Menschen herab, und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, weil seine Plage sehr groß war.

Offenbarung 16:21

Mögen wir uns immer bewusst sein, dass wir in der Endzeit leben; und während wir in der Sicherheit unseres heiligen Bundes mit JHWH in Sicherheit sind, lasst uns geduldig die frohe Botschaft Nachricht teilen und fleißig um die Barmherzigkeit für diejenigen beten, die sich störrisch gegen Gott auflehnen.


Marana tha – unser Herr kommt! Hallelujah – gelobt sei Jah!

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