PERLEN DER TORA: PARASCHA „SCHEMOT“


Krija Alef: 2.Mose 1:1-17

Obwohl nicht einmal 100 Nachkommen Jaakows nach Ägypten kamen, vermehrten sie sich bald zu einem so großen und mächtigen Volk, dass sich etwa drei Generationen später ein neuer Pharao, der Josef nicht mehr kannte, von den Israeliten bedroht fühlte.

Aber die Kinder Israels waren fruchtbar, regten und mehrten sich und wurden so zahlreich, dass das Land von ihnen voll wurde. Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Josef wusste. Der sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Kinder Israels ist zahlreicher und stärker als wir.

2.Mose 1:7-9

Diese Bedrohung muss sich sehr real angefühlt haben in Anbetracht der Tatsache, dass die Israeliten offensichtlich zahlreicher und stärker waren als die Ägypter. Somit waren also die Ägypter zu einer Minderheit im eigenen Land geworden. Auch heute gibt es Menschen auf der Welt die bspw. aktuelle Flüchtlingswellen mit Sorgen betrachten und mit einer modernen Völkerwanderung vergleichen, doch haben Länder in Europa heute noch nicht das Problem, dass Immigranten die Bevölkerungsmehrheit bilden. Nichtsdestotrotz ist es tatsächlich so, dass gerade Länder wie Schweden (19,8%), Deutschland (18,8%) oder Belgien (17,3%) vermehrt für Medienberichte sorgten, in denen bestimmte Immigrantengruppen für Aufsehen gesorgt haben (z.B. Gewaltausschreitungen zur WM2022, sexuelle Übergriffe und vermehrte Gewalttaten zu diversen Silvesternächten, sexuelle Übergriffe in Schwimmbädern, islamistisch und panarabisch motivierter Antisemitismus, etc.). Wären die Israeliten zur damaligen Zeit in solch einem Maß auffällig gewesen, wären sie auch tatsächlich zu einer realen Gefahr für die Ägypter geworden. Um der wachsenden Stärke der Israeliten entgegenzuwirken, zwangen die Ägypter sie schließlich, bittere Arbeit zu leisten, in dem sie für den Pharao Städte errichten und die Felder bearbeiten mussten. Doch dies hinderte nicht das Bevölkerungswachstum der Israeliten. Als sie sich weiter vermehrten, befahl der Pharao den hebräischen Hebammen, alle neugeborenen Jungen zu töten.


Krija Bet: 2.Mose 1:18-2:10

Aber mindestens zwei Hebammen – Schifra und Pua – erfüllten dies nicht (vgl. 2.Mose 1:17). Gott schützte daher auf übernatürliche Weise ihr Leben, segnete sie mit Familien und vervielfachte die Israeliten noch mehr (vgl. 2.Mose 1:20-21).

Der Name „Šp-ra“ findet sich in einer Liste von hebräischen Sklaven in Ägypten während der Herrschaft von Pharao Sobek-Hotep III. (um 1745 v.u.Z., also der Zeit in dem die Ägyptologie den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten datiert) auf dem „Papyrus Brooklyn 35.1446“. Im Brooklyn-Museum, in dem dieses Papyrus ausgestellt wird, heißt es: „Gelehrte gehen davon aus, dass es sich um eine hieroglyphische Transliteration des hebräischen Namens Schifra handelt. Der Name bedeutet „schön sein“ oder „schön“ und ist vermutlich mit dem aramäischen Saffira verwandt oder sogar identisch und entspricht bis auf leichte morphologische Anpassungen dem Namen der hebräischen Hebamme Schifra. Der Name der zweiten Hebamme, Pua, ist ein hebräischer Name und bedeutet „Mädchen“ oder „kleine Frau“. Die rabbanitische Tradition identifiziert Schifra mit Jochebed, der Mutter von Mosche, und Pua mit Mirjam, der Schwester von Mosche, womit die beiden Hebammen Mutter bzw. Tochter sind (vgl. Talmud bavli, Sota 11b:11-13; Pesikta Rabbati 43).

Schließlich wandte sich der Pharao an das ägyptische Volk und befahl ihnen, alle männlichen Neugeborenen der Israeliten in den Nil zu werfen und nur die Mädchen am Leben zu lassen. Weiter lehrt die rabbanitische Tradition an diesem Punkt, dass alle Männer Israels sich daraufhin zum Schutz der Ungeborenen von ihren Frauen schieden, Mosches Vater Amram dann aber doch Mosches Mutter Jochebed zur Frau nahm, da Mosches ältere Schwester Mirjam ihm vorwarf, nicht nur den Tod der ungeborenen Söhne zu verhindern, sondern auch den ungeborenen Töchtern das Leben verwehrte (vgl. Talmud bavli, Sota 12a:9-12; Pesikta Rabbati 43).

Und ein Mann aus dem Haus Lewi ging hin und nahm eine Tochter Lewis zur Frau. Und die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass er schön war, verbarg sie ihn drei Monate lang.

2.Mose 2:1-2

Unabhängig, ob diese Legenden tatsächlich wahr sind, erkennen wir, dass die lewitische Eltern von Mosche einen so großen Glauben hatten, dass sie den Befehl des Pharaos missachtet und Mosche in den ersten Monaten seines Lebens versteckt hielten und dann in einen Behälter legten, den sie wiederum in den Nil legten. Das Wort, dass die Bibel hier für Körbchen oder Kästchen übersetzt, ist im Hebräischen das selbe Wort wie das für die „Arche“, die Noach gebaut hatte. So wie Noach in einer Arche vor der Flut gerettet wurde, so wurde auch Mosche in einer Arche vor dem Ertrinken gerettet!

Gott führte nun die Situation so, dass die Tochter des Pharao – sprachlich also seine Tochter, Enkelin oder Urenkelin – das Kästchen fand. Die Prinzessin erkannte sofort, dass Mosche ein Israelit war – dies könnte an der Hautfarbe[mfn]siehe www.bibel-lernen.de/bhi[/mfn] liegen, oder aber wie die rabbanitische Tradition sagt, an einer vorhandenen Beschneidung liegen. Selbst unter diesen verzweifelten Umständen lag die schützende Hand Gottes auf Mosche, denn die Prinzessin hatte sie Mitleid mit ihm und behielt Mosche für sich, anstatt ihn im Nil zu ertränken. Dieser dramatische Bericht über Mosche ähnelt dem von Jeschua, der auf Anordnung des Königs Herodes mit allen anderen jüdischen Säuglingen in Beitlechem zum Tode verurteilt wurde.

Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knaben töten, die in Beitlechem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.

Matthäus 2:16

So wie Mosche durch seine Mutter gerettet wurde, wurde auch Jeschua durch den Gehorsam und den Glauben seines irdischen Vaters Josef gerettet, der in einem Traum vor einer Flucht nach Ägypten gewarnt wurde.

Als sie aber weggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel JHWHs dem Josef im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit dir und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kind suchen, um es umzubringen! Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht mit sich und entfloh nach Ägypten.

Matthäus 2:13-14

Die Ironie der Geschichte ist, dass der Ort, der eins das Volk Israel versklavte und die Kinder Israels tötete, nun das Land sein sollte, in dem der gesalbte Sohn Gottes als Säugling Schutz finden sollte.

Und zu allem Segen bekam Mosches Mutter sogar die Möglichkeit, offiziell als die Amme von Mosche zu fungieren. Gemäß der rabbanitischen Tradition werden Kinder zwischen dem zweiten und vierten Geburtstag von den Müttern entwöhnt. Folgen wir diesen Angaben, bekam also Jochebed noch wenigstens zwei Jahre Zeit, vielleicht aber auch mehr, die sie mit ihrem Sohn unter Schutz der Prinzessin verbringen durfte. Nachdem diese Zeit vergangen war, nahm die Prinzessin Mosche als ihr Adoptivkind in den Palast des Pharao auf, um ihn zu einem Prinz zu erziehen. Die Tora erklärt an dieser Stelle selber, dass Mosche seinen Namen von der Tochter des Pharaos bekam. Gebildet wird der Name Mosche (Strong‘s H4872) aus dem hebräischen Wort „mascha“ (Strong‘s H4871), was „ziehen“ im Sinne von „herausziehen“ bedeutet. Nach neueren Untersuchungen lehren Ägyptologen zudem, dass der Name „Mose“ mit der altägyptischen Wurzel „mes“ verwandt sei, was „gebären“ bedeutet. Dieses Wort ist in zahlreichen Namen oft in Verbindung mit einem Gottesnamen belegt, z.B. steht Ramses (altägypt.: „Rˁ msj sw“ = „Ra-mesi-su“) für „Re ist der, der ihn geboren hat“ bzw. „der von Re geborene“, oder Tutmosis (altägypt.: „Ḏḥwtj msj sw“ = „Djehuti mes“) für „Tot ist der, der ihn geboren hat“.


Krija Gimmel: 2.Mose 2:11-25

Als Mosche schon erwachsen war, sah er, wie ein ägyptischer Sklavenaufseher einen Hebräer schlug. Schon damals fühlte Mosche die Berufung, sein Volk zu retten, aber handelte nicht im Zeitplan Gottes. Bei der Verteidigung dieses israelitischen Sklaven tötete Mosche den Ägypter. Wichtig an dieser Stelle ist die Wortwahl der Tora, denn häufig lehren christliche Bibellehrer, dass Mosche ein Mörder gewesen sei. Wörtlich steht dies jedoch nicht im Text. Als er den Ägypter in Vers 12 erschlug, wird für „erschlagen“ das Wort „waijak“, abgeleitet von „naka“ (Strong‘s H5221) verwendet. Als er am nächsten Tag in Vers 13 zwei Hebräer davon abhalten will, sich zu schlagen, wird für „schlagen“ das Wort „takke“ verwendet, dass sich ebenfalls aus „naka“ (Strong‘s 5221) ableitet. Das Wort für Mord, wie es bspw. in den „Zehn Geboten“ (vgl. 2.Mose 20:13) verwendet wird, lautet „ratsach“ (Strong‘s H7523) und alternativ nutzt die Tora bei Mord das Wort „harag“ (Strong‘s H2026), wie z.B. beim Mord von Abel (vgl. 1.Mose 4:8-25). Diesem Kontext zufolge müssen wir also davon ausgehen, dass Mosche nicht die Absicht hatte, den Ägyptischen Sklavenaufseher zu töten, sondern dass die Tötung aus Affekt in einer Prügelei geschah und somit kein Mord, sondern Totschlag war. Das spannende an dem weiteren Geschehen ist die Parallele zwischen Mosches Leben und dem, was wir im Falle eines Totschlag in der Tora lesen. Nachdem die Tora offenbart wurde galt für Israeliten folgendes: Sollte jemand seinen Mitmenschen versehentlich töten, gilt dies nicht als Mord, doch sollte der Totschläger in einer sogenannten „Schutzstadt“ Asyl suchen (vgl. 2.Mose 21:12-13; 4.Mose 35:12-27). In dieser Stadt musste ein Totschläger bleiben, bis auch der Hohepriester dieser Generation gestorben war und erst dann war die Blutschuld getilgt und der Totschläger durfte nicht mehr durch einen Bluträcher außerhalb dieser Stadt getötet werden (4.Mose 35:28). Auch Mosche musste fliehen, nachdem seine Tat bekannt wurde und den Pharao erreichte, und er floh außer Landes, nach Midian, dass heute in Saudi-Arabien liegt (vgl. 2.Mose 2:15). Im Verlauf der biblischen Geschichte erfahren wir über Mosche, dass er 40 Jahre in Midian lebte, bevor er zurück nach Ägypten ging (vgl. 2.Mose 7:6-7; Apostelgeschichte 7:22-29). Auch starb schließlich der Pharao (vgl. 2.Mose 2:23) und somit war Mosches Weg zurück nach Ägypten vorbereitet. Diese Parallele zu dem späteren Gebot für die Israeliten ist sehr bemerkenswert. Doch noch bemerkenswerter ist die Parallele zu uns und zu Jeschua. Viele von uns haben vielleicht niemanden physisch tot geschlagen, doch hat jeder wenigstens einmal in seinem Leben etwas getan, was laut der Bibel eine todeswürdige Sünde wäre. Jeschua wurde als gesalbter Sohn Gottes von Gott JHWH als Herrscher über uns eingesetzt und eigentlich müsste er uns zum Tod verurteilen, doch durch seinen Tod haben wir wieder die Möglichkeit, das Königreich Gottes zu betreten.

Das Besondere an Mosche ist außerdem die Parallele zu seinen Vorvätern Jizchak und Jaakow. Als Elieser dem Jizchak eine Frau suchte, fand er sie an einem Brunnen, ebenso Jaakow, als er nach Paddan-Aram ging. Auch Mosche begegnet seiner Frau Zippora nun an einem Brunnen. Zippora ist eine der sieben Töchter des midianitischen Reuel (gespr.: Re‘u‘el, hebr.: Reguel), der an anderer Stelle auch Jitro (vgl. 2.Mose 4:18) oder Hobab (vgl. Richter 4:11) heißt. Es könnte sein, dass einer der Namen kein Personenname, sondern ein Titularname ist. Der Name Reuel bedeutet „Freund Gottes“ oder „Anhänger Gottes“ und es ist nicht verwunderlich, dass damit Gott JHWH gemeint sein muss, da Awraham der Vorvater der Midianiter ist. Gleichzeitig ist es sehr wahrscheinlich, dass Reuel neben Gott JHWH auch lokale Götzen anbetete, da er erst im Verlauf der Geschichte, nach dem Auszug dann JHWH als einzig wahren Gott anerkennt (vg. 2.Mose 18:11). Der Name Jitro bedeutet „Reichtum“ oder „Überfluss“ und der Name Hobab bedeutet „Liebe“. So ist es am wahrscheinlichsten, dass Jitro sein persönlicher Name ist, während Reuel sein Titularname als Priester ist. Hobab ist womöglich nur eine Art Ehrenname, der ihm später verliehen wurde, da Hobab bzw. das eigentliche Wort „Chabab“ nicht in der Tora mit seiner Person direkt verbunden wird. Aus der Tora wissen wir nur, dass sein Sohn eines Tages diesen Namen auch trug.

Wir haben nicht viele Informationen über Mosche in den vierzig Jahren in Midian, außer dass er Vater wurde. Sein erster Sohn hieß Gerschom (vgl. 2.Mose 2:22), abgeleitet von „garasch“ (Strong‘s H1644), was „verjagen“, „verbannen“, „vertreiben“ oder „ausstoßen“ bedeutet und auf Mosches Fremdlingschaft deuten soll. Der zweite Sohn hieß Elieser (vgl. 2.Mose 18:4) und bedeutet „mein Gott ist Hilfe“, weshalb man annehmen kann, dass er vielleicht auch erst geboren wurde, nach dem Mosche von seiner Berufung erfuhr. Diese Berufung wird in dem Moment aktiv, als das Volk Israel Gott JHWH anrief.

Und Gott erhörte ihr Wehklagen, und Gott gedachte an seinen Bund mit Awraham, Jizchak und Jaakow.

2.Mose 2:24


Krija Dalet: 2.Mose 3:1-15

Mosche aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb.

2.Mose 3:1

Der Berg, der in diesem Vers und anderen Bibelstellen Horeb genannt wird (vgl. 2.Mose 17:6, 33:6), wird an anderer Stelle auch Sinai genannt (vgl. 2.Mose 16:1, 19:1-23, 24:16, 31:18, 34:2-32, usw.). Gerade 2.Mose 33 und 34 bezeugen eindeutig, dass Horeb und Sinai gleichgesetzt werden können, bzw. wenigstens zum selben Bergmassiv gehören. Dies ist sehr wichtig in Anbetracht der Sache, dass Midian allgemeingültig nicht auf der heutigen Halbinsel Sinai lag, sondern historisch bezeugt im heutigen Saudi Arabien liegt. Viele Wissenschaftler lokalisieren den Sinai heute auf die Sinaihalbinsel, doch die genaue Lage des Sinai ist auf der Halbinsel nicht bekannt. Erst Ab dem 4.Jhd. n.u.Z. wurde er mit dem „Dschebel Musa“ (arab.: Mosesberg), der zweithöchsten Erhebung der Sinaihalbinsel gleichgesetzt. Am Fuß des Berges Sinai leben seither Mönche, die im 6. Jhd. n.u.Z. das Katharinenkloster erbauten. Felsinschriften aus dem 1. Jhd. n.u.Z. zeigen jedoch, dass sich dort vorher ein Wallfahrtsheiligtum der heidnischen Nabatäer befand, weshalb man dringend davon ausgehen muss, dass der Ort eher aus religions-politischen Gründen gewählt wurde. Sowohl im Mittelalter, als auch in der Antike war jedoch bekannt, dass eben diese Lokalisierung auf der Sinaihalbinsel falsch ist und der Sinai in der Wüste von Midian, im heutigen Saudi Arabien liegen musste. So berichteten schon der jüdische Historiker Flavius Josephus (etwa 37-100 n.u.Z.) oder die Kirchenlehrer Eusebius von Caesarea (etwa 260-340 n.u.Z.) und Hieronymus (etwa 347-420 n.u.Z.), wo der Sinai liegen müsse. Mittlerweile haben Privatpersonen und Wissenschaftler den „Dschabal alLauz“ als Sinai identifiziert und dort diverse archäologische Funde gemacht, die dies bestätigen[mfn]mehr dazu z.B. unter https://ancientexodus.com/, unterhttps://www.holylandsite.com/mt-sinai-location oder unter https://www.bible.ca/archeology/bible-archeology-exodus-route.htm[/mfn].

An diesem Berg war Mosche und hütete die Schafe seines Schwiegervaters, als ihm schließlich der „Malach JHWH“ (hebr.: „Engel des HERRN“) in einem Dornbusch begegnete (vgl. 2.Mose 2:2), durch den JHWH sich dem Mosche verbal offenbarte und mitteilte, das Klagen des Volkes Israel gehört zu haben (vgl. 2.Mose 2:7). Das erste, was Gott JHWH an dieser stelle tat, war, Mosche seinen persönlichen Namen mitzuteilen. Jeder Mensch hat einen eigenen Namen. Auch die Götzen dieser Welt haben alle Namen, manche sogar mehrere. Doch was viele nicht wissen ist, dass auch der Gott Israels einen eigenen Namen hat. Dabei lehrte uns Gottes gesalbter Sohn Jeschua, den Namen Gottes zu heiligen.

Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.

Matthäus 6:9; vgl. Lukas 11:2

Viele Menschen reden zwar von dem Wort „Gott“ als wäre das ein Eigenname, hierbei müssen wir aber bedenken, dass das Wort „Gott“ einen Titel widerspiegelt, von dessen Ursprung und Bedeutung viele sehr wenig wissen. Tatsächlich ist es so, dass Gott im hebräischen mit „Elohim“ (hebr.: „Gott“, eigentlich im „Pluralis majestatis“, bzw. im biblischen Gebrauch“ auch im „Pluralis excellentiae“: „der Götter“, Das Wort in Plural steht hier durch Verben etc. dennoch in Singular) wiedergegeben wird, was korrekterweise auch Machthaber“ bedeutet und auch auf höhergestellte Personen wie beispielsweise Richter und Könige angewendet werden kann, wie man an biblischen Beispielen erkennen darf.

Da wurde JHWH sehr zornig über Mosche und sprach: […] er [Aharon] soll für dich zum Volk reden, und so wird er dein Mund sein, und du sollst für ihn zum Gott sein.

2.Mose 4:16

Im Christentum wird in der Regel nicht der persönliche Name Gottes benutzt oder angerufen und daher kennen die allerwenigsten Christen seinen Namen oder wissen nicht einmal, dass Gott einen eigenen Namen hat – ich persönlich bin der Meinung, dass man jemanden nicht wirklich richtig kennen kann, wenn man seinen Namen nicht kennt. Kennst du mich – Baruch -, wenn du nicht einmal weißt, wie ich heiße?

Wir sollen Gottes Namen kennen und die Bibel ist voll von Anordnungen Gottes, wie wir mit seinem Namen umgehen sollen. So sollen wir seinen Namen kennen[mfn]Psalm 9:10, 91:14; Jesaja 52:6; Jeremia 16:21[/mfn], seinen Namen proklamieren[mfn]2.Mose 33:19, 34:5[/mfn], seinen Namen erwähnen[mfn]2.Mose 3:15; Jesaja 12:4, 26:13, Jeremia 20:9[/mfn], seinen Namen verkünden[mfn]2.Mose 9:16; Psalm 22:22, 102:21; Jesaja 12:4; Johannes 17:26; Römer 9:17; Hebräer 2:12[/mfn], seinen Namen anrufen[mfn]1.Mose 4:26, 12:8, 26:25; 1.Könige 18:24; 1.Chronik 16:8; Psalm 79:6, 99:6, 105:1, 116:13+17; Jesaja 12:4; Zefania 3:9; Sacharja 13:9; Römer 10:13[/mfn], seinen Namen segnen[mfn]Psalm 96:2, 100:4, 103:1, 145:21[/mfn], seinen Namen Loben[mfn]1.Chronik 29:13; Nehemia 9:5; Psalm 7:17, 9:2, 18:49, 44:8, 45:17, 48:10, 54:6, 61:8, 66:2, 68:4, 69:30, 74:21, 86:12, 92:1, 99:3, 100:4, 106: 47, 113:1-3, 135:1-3, 138:2, 145:2+21, 148:5+13, 149:3; Jesaja 25:1, Joel 2:26, Hebräer 13:5[/mfn], seinen Namen lieben[mfn]Psalm 5:11, 69:36; Jesaja 56:6[/mfn], seinen Namen verherrlichen[mfn]Psalm 34:3; Jesaja 12:4[/mfn], seinem Namen mit Dank begegnen[mfn]1.Chronik 16:35; Psalm 106:47[/mfn], seinen Namen bekennen[mfn]1.Könige 8:33+35; 2.Chronik 6:24[/mfn], an seinen Namen denken[mfn]Psalm 20:7[/mfn], seinen Namen suchen[mfn]Psalm 83:16; Apostelgeschichte 15:17[/mfn], seinem Namen singen[mfn]Psalm 9:2, 18:49, 66:2[/mfn], seinem Namen gedenken[mfn]Maleachi 3:16[/mfn], auf seinen Namen vertrauen[mfn]Psalm 33:21; Jesaja 50:10; Zefanja 3:12[/mfn], seinen Namen fürchten[mfn]5.Mose 28:58-59; Nehemia 1:11; Psalm 61:5, 86:11, 102:15; Jesaja 59:19; Maleachi 1:14, 4:2; Offenbarung 11:18[/mfn] und seinen Namen ehren[mfn]1.Chronik 16:10+29, Psalm 29:2, 96:8, 105:3, 115:1; Maleachi 2:1-2[/mfn]. Vielmehr noch, bezeugt aber die Schrift auch, dass die Anrufung seines Namens sogar tatsächlich heilsnotwendig ist!

Und es wird geschehen: Jeder, der den Namendes HERRNanruft, wird gerettet werden;[…]

Joel 3:5; vgl. Apostelgeschichte 2:21, Römer 10:13

Doch was die allermeisten Menschen nicht wissen ist, dass dort, wo Bibelübersetzer „HERR“ schreiben, dieses „HERR“ nicht der Name Gottes ist. Auch wenn wir es mit JHWH wiedergeben, ist dies nur der Name in Konsonantenschrift, doch nicht der endgültig vokalisierte Name Gottes. Auch wenn Gott in der Bibel mit diversen Titeln wie „Gott“, „Allmächtiger“, „Schöpfer“, „König“ oder „Vater“ angesprochen wird, möchte er doch auch, dass wir ihn mit Namen anzureden.

JHWH ist ein Kriegsmann, HERR ist sein Name.

2.Mose 15:3

Ich bin der HERR, das ist mein Name;und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen!

Jesaja 42:8

Und auch Propheten kannten und nutzten diesen Namen, wie ihre Schriften bezeugen.

Singt Gott, lobsingt seinem Namen! Macht Bahn dem, der durch die Steppen fährt, HERR ist sein Name, und frohlockt vor ihm!

Psalm 68:5

Unser Erlöser — sein Name ist HERR der Heerscharen, der Heilige Israels!

Jesaja 47:4

Auch Mosche stellte dem Schöpfer die wichtige „Namensfrage“, denn alle heidnischen Götzen hatten und haben ja auch Namen.

Und Mosche sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme und zu ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mich fragen werden: Was ist sein Name? — was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mosche: »Ich werde sein, der ich sein werde!«. Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt.

2.Mose 3:13-14

Im Hebräischen steht für „Ich werde sein, der ich sein werde“ der Satz „ehjeh ascher ehjeh“ (Strong’s H1961 + H834). Der Name, den Gott dem Mosche zuerst gab, lautete also „eh-jeh“ (אֶהְיֶה) und bedeutet „ich werde sein“. Doch Gott gab dem Mosche einen weiteren Namen, der noch viel wichtiger ist.

Und weiter sprach Gott zu Mosche: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: der HERR [יְהֹוָה‎], der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich, ja, das ist der Name,mit dem ihr an mich gedenken sollt von Geschlecht zu Geschlecht.

2.Mose 3:15

Während „Elohim“ und „El“ (hebr.: Gott) nur etwa 2.800 Mal in der Bibel vorkommt, wird Gottes wichtigster Name, der mit „der HERR“ wiedergegeben wird, insgesamt genau 6.827 Mal genannt – davon etwa alleine 700 Mal in den 150 Psalmen. Der Prophet Hoschea (hebr.: Hosea) und der Apostel Schaul (hebr. Saulus / Paulus) schrieben dazu.

An jenem Tag wird es geschehen, spricht der HERR, dass du mich »mein Mann« und nicht mehr »mein Herr« nennen wirst;

Hosea 2:18

Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater,von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jeschua den Gesalbten, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn.

1.Korinther 8:5-6

Wenn es also viele Herren gibt und wir Gott nicht Herr nennen sollen, ist es wichtig, wie der richtige Name an Stell von „HERR“ heißt. Schauen wir uns 2.Mose 3:15 im Original an, finden wir dort, wo die allermeisten Bibeln mit „der HERR“ übersetzten das hebräische Wort „יְהֹוָה‎“[mfn]siehe https://mechon-mamre.org/p/pt/pt0203.htm[/mfn]. Diese hebräischen Konsonanten heißen „Jud“ (‏י‎), „He“ (‏ה‎), „Waw“ (‏ו‎) und „Hei“ (‏ה‎) und ergeben den Namen „Jud-He-Waw-He“ („J-H-W-H“ = „JHWH“). Zusätzlich gibt es über und unter den Buchstaben weitere Striche und Punkte, welche die Vokale sind und in Einzahl „Nikkud“ (hebr.: Punktierung) heißen. Die Punktierung bei „JHWH“ setzt sich aus „Schwa-Cholam-Kamaz“ zusammen, die als „e-o-a“ gesprochen werden. Setzt man diese Konsonanten und Vokale zusammen ergibt dies die Kombination „JeHoWaH“, also den Namen „Jehowah“.

Einen vollständigen und ausführlichen Artikel zu Gottes Namen findet man unter www.bibel-lernen.de/gottes-name.


Krija He: 2.Mose 3:16-4:17

Gott erklärte ihm, was vorgefallen war und was geschehen sollt. Trotz Gottes Zusicherungen fühlt sich Mosche aber für diese Aufgabe nicht qualifiziert genug. Gott gab ihm Zeichen – der Stab wurde zur Schlange, die Hand wurde weiß wie Schnee – und sollten die Ägypter nicht diesen Zeichen glauben, so sollte er das Wasser des Nil zu Blut verwandeln. Immer wieder fand Mosche einen Grund, dass er nicht gehen wollte oder konnte, doch Gott blieb unnachgiebig und gab Mosche schließlich in dessen Bruder Aharon (hebr.: Aaron) einen Gehilfen, der für Mosche reden sollte. Abschließen spricht Gott Worte, die für viele Christen auf absolutes Unverständnis treffen.

Und er [Aharon] soll für dich zum Volk reden, und so wird er dein Mund sein, und du sollst für ihn an Gottes Stelle sein.

2.Mose 4:16, SCH2000

Er [Aharon] aber soll für dich zum Volk reden. Und es wird geschehen, er wird für dich zum Mund sein, und du wirst für ihn zum Gott sein.

2.Mose 4:16, ELB2006

Inhaltlich sagt der hebräische Text tatsächlich aus, dass Mosche der Gott von Aharon sein wird. Auch jüdische Übersetzungen sagen dies aus.

Er [Aharon] wird reden für dich zum Volk, und so soll er dir sein zu einem Mund und du wirst ihm sein zu einem Gott.

2.Mose 4:16, ZUNZ

Und er [Aharon] soll für dich zum Volk reden, so dass er dir Mund ist, und du ihm Gott bist.

2.Mose 4:16, NHTS

Dies bringt manche Christen nun in eine Bredouille, wenn sie „Gott“ als Eigenname oder wenigstens als Eigentitel für den Gott der Christen betrachten. Der hebräische Begriff „El“ (hebr.: Gott) ist aber kein Titel, der nur dem Gott Israels vorbehalten ist. Wie wir hier merken, können auch Menschen als „Gott“ bezeichnet werden. Dies liegt daran, dass die hebräische Sprache eine völlig andere Definition des Gottesbegriffs hat, als wir es aus dem Deutschen kennen. „El“ definiert primär jemanden, der Autorität hat und lässt sich besser mit „Richter“ oder „Machthaber“ übersetzen. Mosche wurde somit zum „Machthaber“ über seinen Bruder Aharon gesetzt. Ebenso wurde Jeschua als Machthaber über uns Menschen gesetzt, wie wir in den Propheten lesen.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und es wird die Herrschaft auf seiner Schulter sein, und wird genannt beim Namen: Wunderbarer, Ratgeber, mächtiger Machthaber, mein Vater ist ewig, Friedefürst.

Jesaja 9:5

In Jesaja 9:5 stehen für „mächtiger Machthaber“ die Worte „El-Gibbor“, die im Gegensatz zum Titel „El-Schaddai“ (hebr.: allmächtiger Machthaber) stehen. Dieser erste Titel bezieht sich auf Jeschua in der Rolle als von Gott bevollmächtigten Richter – der zweite Titel ist dem allmächtigen Gott JHWH vorbehalten.

Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jeschua den Gesalbten, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn.

1.Korinther 8:5-6


Krija Waw: 2.Mose 4:18-31

Mosche ergriff schließlich das in ihn gesetzte Vertrauen und gab dem Pharao einen Befehl mit der vollen Autorität JHWHs.

So spricht JHWH: »Israel ist mein erstgeborener Sohn; darum sage ich dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient; wenn du dich aber weigern wirst, ihn ziehen zu lassen, siehe, so werde ich deinen eigenen erstgeborenen Sohn umbringen!«

2.Mose 4:22-23

Wir können viel aus dieser Geschichte von Mosches Entwicklung auf dem Weg zur Führungsrolle entnehmen. Wir können uns auch unfähig fühlen, etwas für JHWH zu erreichen, da wir durch die Prüfungen und Leiden des Lebens viel an Selbstvertrauen verloren haben. Was auch immer unsere Erfahrung sein mag, ist es dennoch so, dass Gott für jeden von uns eine Aufgabe hat. Ebenso können wir auch aus dem Leiden der Israeliten lernen. Trotz der von den Ägyptern aufgezwungenen Tyrannei wurde das Volk Israel immer zahlreicher. Unterdrückende Umstände können Gott nicht daran hindern, seine Absichten und seine Verheißungen zu erfüllen. Dies dürfen wir heute auch gerade in diesen Ländern beobachten, wo das Christentum verfolgt wird – in Ländern wie Afghanistan, Nordkorea, Eritrea, Nigerian, Pakistan, Iran, Indien oder China wachsen die Gemeinden stetig! Wir könnten für eine sehr lange Zeit unter irgendeiner Art von Knechtschaft oder Schmerz leiden, aber wir können sicher sein, dass Gott unsere Schreie hört. Er erinnert sich an den Bund, den wir mit ihm durch Jeschua haben. Gott ist weder taub noch unnahbar gegenüber unserem Leiden.

Die Augen JHWHs achten auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien;

Psalm 34:16

In diesem Abschnitt lesen wir erneut Verse, die für viel Verwirrung sorgen.

Es geschah aber, als er unterwegs in der Herberge war, da trat ihm JHWH entgegen und wollte ihn töten. Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und warf sie ihm vor die Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam! Da ließ Er von ihm ab. Sie sagte aber »Blutbräutigam« wegen der Beschneidung.

2.Mose 4:24-26

Die meisten antiken Übersetzungen bzw. deuterokanonischen Traditionen interpretieren den Angreifer als Engel (vgl. Septuaginta, Targum Onkelos, Targum Pseudo-Jonathan) oder Mastema bzw. Satan (vgl. Jubiläen 48:1-19). Der Targum Pseudo-Jonathan begründet den Angriff damit, dass Mosche seinen Sohn nicht beschnitten hatte. Ähnliches sagt die Chronik des Jerachmeel aus:

Sie ruhten sich an einem bestimmten Platz aus, und ein Engel kam herab und griff ihn an wegen der Übertretung des Bundes, den Gott mit seinem Sklaven Awraham gemacht hatte, weil er seinen ältesten Sohn nicht beschnitten hatte, und er wollte ihn erschlagen.

Chronik des Jerachmeel 47:1-2; vgl. Vita Mosis 598 [slaw.]

Während in den Targumim der Vernichter bzw. der Engel des Todes handelt, ist es im Talmud der „Satan“ (Talmud bavli, Nedarim 32a:2). Einig sind sich die Traditionen darin, dass der Angriff Mosche und nicht seinem Sohn galt. Die Septuaginta verändert zudem den Gestus des Berührens der Füße bzw. Genitalien in einen Akt der Proskynese (gr. Verbeugung / Huldigung / Ehrerbietung), indem sie mit „sie fiel zu Füßen [JHWHs]“ übersetzt. Außerdem verändert sie beide Sprüche zum „Blutbräutigam“ in „Still steht das Beschneidungsblut meines Sohnes!“. Die Septuaginta gibt somit einen einleuchtenderen Handlungsverlauf wieder: An die Stelle Gottes tritt ein Bote, die Frau schreitet ein und beschneidet den Sohn, fällt vor dem Boten nieder, äußert ihren Ausspruch, der entweder den Vollzug der Handlung bestätigt oder aber die Blutstillung betrifft. Der Targum Onkelos übersetzt den Ausspruch unterschiedlich: den ersten in Vers 25 im Sinne von „Möge uns mein Bräutigam durch das Blut dieser Beschneidung geschenkt sein“ und den zweiten in Vers 26 mit „Wäre nicht das Blut dieser Beschneidung gewesen, hätte mein Bräutigam den Tod verdient“ (vgl. Blaschke, „Beschneidung: Zeugnisse der Bibel und verwandter Texte“). Der Targum Pseudo-Jonathan verändert es in „Der Bräutigam [hebr.: „chatan“] wollte beschneiden, aber sein Schwiegervater [hebr.: „choten“] erlaubte es ihm nicht. Möge das Blut dieser Beschneidung für die Schuld dieses Bräutigams sühnen“ (vgl. auch Fragmenten-Targum) und verlagert so die Verantwortung für die Krise auf Zipporas Vater. Die rabbanitische Mehrheitsmeinung geht heute von folgenden Inhalt der Passage aus.

Mosche war in der Herberge […]; weil er mit der Beschneidung seines Sohnes Elieser zögerte, wäre er bald mit dem Tode bestraft worden. Im Talmud Jeruschalmi, Nedarum 3 fragt R.Jose: Mosche hat durchaus nicht die heilige Pflicht vernachlässigt, er dachte nur: Soll ich das Kind beschneiden und gleich darauf abreisen, so wäre es für das Kind drei Tage lang gefährlich; soll ich es beschneiden und drei Tage verweilen, aber Gott befahl mir doch, nach Ägypten zu gehen, weswegen also wäre er bald mit dem Tode bestraft worden? Weil er sich erst mit anderen Angelegenheiten seiner Herberge beschäftigte. – Sie warf die Vorhaut dem Mosche vor die Füße. Von ihrem Sohne. Du wärst bald Ursache gewesen, dass mein Mann deinetwegen umgekommen wäre, du wärst bald der Mörder meines Mannes geworden. – Der Engel ließ von ihm ab, dadurch sah sie ein, dass diese Gefahr bloß wegen der Verzögerung der Beschneidung ihn bedroht hatte. Wegen der Beschneidung ist ein Hauptwort. Das […] bezieht sich auf das Blut der Beschneidung.

Raschi zu 2.Mose 4:24-26

Alleine aus dem Bibeltext heraus lässt sich die Passage nicht aufklären. Wir können an dieser Stelle also entweder der Mehrheitsmeinung der rabbanitischen Auslegung, oder einer der antiken Auslegungen folgen. Ich persönlich halte den Kontext, dass Mosche einen seiner Söhne nicht beschnitt und Gott ihm dies als Ungerechtigkeit zählte als plausibelste Lösung.


Krija Sajin: 2.Mose 5:1-6:1

Obwohl Mosche nach Ägypten kam und Gottes Botschaft an den Pharao überbrachte, änderte sich nichts an der Situation der Israeliten. Der Pharao weigerte sich, Gottes Volk gehen zu lassen – zu diesem Zeitpunkt stand ein engültiger Auszug gar nicht zur Debatte, denn die aktuelle Forderung war nur, dass der Pharao die Israeliten zum Opfern in die Wüste ziehen lassen sollte. Stattdessen unterdrückten die Ägypter das Volk Gottes noch schwerer als bisher.

Schwer soll die Arbeit auf den Leuten lasten, sodass sie damit zu schaffen haben und nicht auf trügerische Worte achten!

2.Mose 5:9

Mosche hatte vielleicht das Gefühl gehabt, als hätte er versagt, aber Gott hat sogar den großen Plan, seinen Namen zu verherrlichen. Der Pharao machte die Arbeit der Israeliten immer schwieriger, indem er letztlich forderte, dass sie ihr eigenes Stroh finden sollten, während sie dieselbe Produktionsquote beibehalten mussten (vgl. 2.Mose 5:18). In ihrer Bitterkeit wandten sich die Israeliten gegen Mosche und Aharon, und Mosche wandte sich flehend an Gott JHWH.

Da wandte sich Mose an JHWH und sprach: Herr, warum läßt du dein Volk so schlecht behandeln? Warum hast du mich hergesandt? Denn seitdem ich hineingegangen bin zum Pharao, um in deinem Namen zu reden, hat er dieses Volk schlecht behandelt, und du hast dein Volk gar nicht errettet!

2.Mose 5:22-23

Vielleicht fühlen wir uns auch so, wenn wir das tun, was Gott uns gebeten hat, und die Dinge schlimmer werden. Doch Gottes Antwort ist voll Verheißung.

Da sprach JHWH zu Mosche: Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao tun will! Denn durch eine starke Hand gezwungen wird er sie ziehen lassen, und durch eine starke Hand gezwungen wird er sie aus seinem Land treiben.

2.Mose 6:1

Manchmal, wenn sich Gott darauf vorbereitet, etwas Großes und Mächtiges in unserem Leben zu tun, kann sich die Situation für eine gewisse Zeit verschlechtern. Auf unserem Weg zu unserem Schicksal stellt der Pharao diejenigen dar, die uns unterdrücken, bspw. der große Widersacher – Satan – , der sich mit aller Macht unserer Freiheit versucht entgegenzustellen. Unter diesen Umständen sollten wir unseren Glauben nicht aufgeben, denn zu gegebener Zeit werden wir Gottes mächtige Hand und seinen ausgestreckten Arm auf vollkommene Weise und in vollkommener Zeitpunkt sehen.

Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!

Römer 12:12


Marana tha – unser Herr kommt! Hallelujah – gelobt sei Jah!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert