PERLEN DER TORA: PARASCHA „CHAJE SARA“


Krija Alef: 1.Mose 23:1-16

Obwohl der Titel „Chaje Sara“ der aktuellen Parascha, übersetzt „Saras Leben“ bedeutet, konzentriert er sich zu aller erst aber nun auf ihren Tod. Sara ist die einzige Frau in der Bibel, nach der eine Parascha benannt wurde. Alle anderen biblischen Charaktere, nach denen Paraschot benannt wurde, sind Männer: Balak, Pinchas, Korach, Noach und Jithro. Dies unterstreicht, wie wichtig die Matriarchin Sara für unseren Glauben ist. Sara stirbt in Kirjat Arba und ihre Beerdigung ist die erste, die in der Tora dokumentiert wird. Der Titel dieser Parascha dient sozusagen als letzte Ehre an unsere Matriarchin Sara, deren Glauben wir noch heute vieles zu verdanken haben und deren Glauben, Vertrauen und Demut ein Vorbild für alle gläubige Frauen sein sollte. Die letzte Parascha „Wajera“ endete mit Awrahams ultimativer Prüfung – dem Opfer seines geliebten Sohnes Jizchak. Doch Gott hinderte ihn und stellte stattdessen einen erwachsenen männlichen Widder für das Opfer zur Verfügung. Man muss sich fragen, was wohl Jizchaks Mutter Sara durch den Kopf ging. Wusste sie überhaupt, zu welchem Zweck Awraham mit ihrem Sohn gegangen war? Hat sie sich Sorgen gemacht, dass ihre Freude – ihr Grund zum Lachen – Jizchak – nicht lebend zu ihr nach Hause zurück kommt? Die Tora spricht das nicht an. In der Brit Chadascha lesen wir außerdem von Saras radikalem Gehorsam gegenüber ihrem Ehemann als Beispiel für Glauben und Mut, den Frauen Gottes nachahmen sollen:

Denn so haben sich einst auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten, wie Sarah dem Awraham gehorchte und ihn »Herr« nannte. Deren Töchter seid ihr geworden, wenn ihr Gutes tut und euch keinerlei Furcht einjagen lasst.

1.Petrus 3:5-6

Sara beweiste diesen radikalen Gehorsam gegenüber ihrem Ehemann – zuerst, indem sie alles zurückließ, einschließlich ihres Hauses und ihrer Familie, um Awraham in ein neues Land zu folgen. Sie wusste nicht, wohin sie wollten, und musste wie eine Fremde in einem Zelt in der Wüste leben. Um ihren Mann zu schützen, stimmte sie sogar zweimal zu, den Harem eines ausländischen Königs zu betreten, wo es hätte passieren können, dass sie vergewaltigt, schwer verletzt und verunreinigt worden wäre. Trotzdem gehorchte sie ihrem Mann – wir lesen kein Wort des Widerspruches. Gott belohnte Sarass Gehorsam und rettete sie tatsächlich vor dem Pharao und dem König Awimelech. Es war eindeutig Gott, der es dem König von Gerar nicht erlaubte, Sarah zu berühren:

Und Gott sprach zu ihm im Traum: Auch ich weiß, dass du dies mit aufrichtigem Herzen getan hast; darum habe ich dich auch bewahrt, dass du nicht gegen mich sündigst, und darum habe ich es dir nicht gestattet, dass du sie berührst.

1.Mose 20:6

Es gibt nur einen Weg, auf dem Sara in solch radikalem Gehorsam hätte gehen können – und zwar durch den absoluten Glauben und das Vertrauen auf Gott. Sie mag ihrem unvollkommenen Mann nicht vertraut haben, der bereit war, seine Frau zu opfern, um seine eigene Haut zu retten, aber sie vertraute darauf, dass Gott sie vor allem Bösen schützen und bewahren konnte. Die rabbanitische Tradition lehrt, dass Sara von dem Vorhaben Awrahams wusste, den gemeinsamen Sohn Jizchak zu opfern und dass sie zu JHWH rief und darum flehte, das Opfer zu verhindern. Viele glauben, dass Sara nicht genug Glauben hatte, als sie Awraham ihre Dienerin Hagar (hebr. „Fremde“) gab, um das Kind für ihn zu gebären. Die rabbanitische Tradition besagt jedoch, dass Sarah davon überzeugt war, dass Gott sein Versprechen, Nationen durch Awraham hervorzubringen, treu sein würde und dass sie im Glauben handelte, da sie nicht wusste, dass die Verheißung auch ihr galt. Hagar war auch nicht irgendeine Dienerin, denn obwohl sie Ägypterin war, war sie Saras persönliche Dienerin und wie man erfährt rief auch sie den Gott Awrahams an:

Und sie nannte den Namen JHWHs, der mit ihr redete: Du bist »der Gott, der (mich) sieht«! [hebr. „el roï“], indem sie sprach: Habe ich hier nicht dem nachgesehen, der mich sieht? Darum nannte sie den Brunnen einen »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht« [hebr. „Beer-Lachai-Roï“]. Siehe, er ist zwischen Kadesch und Bared. Und Hagar gebar Awram einen Sohn; und Awram gab seinem Sohn, den ihm Hagar geboren hatte, den Namen Jischmael [hebr. „Gott (er)hört“ oder „Gott wird hören“].

1.Mose 16:13-15

Sie war also im Glauben ausgebildet worden und wusste wenigstens von Gott JHWH. Laut rabbanitischer Tradition war sie sogar Pharaonentochter. Die Tatsache, dass Hagar schwanger wurde und Sara nicht, ließ Hagar denken, dass sie gesegneter war als Sara. In ihrem Stolz erhöhte sie sich über Sara. Erst als die drei Männer Awraham besuchten, wusste Sarah, dass das Kind der Verheißung durch sie selbst kommen würde. Dies führte letztlich nach der Geburt Jizchaks dazu, dass Hagar mit Jischmael weggeschickt wurden:

Da stand Awraham am Morgen früh auf und nahm Brot und einen Schlauch voll Wasser, gab es Hagar und legte es auf ihre Schulter; er gab ihr auch den Knaben und schickte sie fort. Und sie ging und irrte umher in der Wüste von Beerschewa [hebr. „Brunnen des Schwures“ oder „sieben Brunnen“].

1.Mose 21:14

Dieser Glaube der Hagar war vermutlich eine der Früchte aus Sara‘s Leben, denn das, was später Schaul (hebr.: Paulus) als Rat gab, war sicherlich auch damals schon bekannt:

Du aber rede, was der gesunden Lehre entspricht: dass die alten Männer nüchtern sein sollen, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; dass sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, wie es Heiligen geziemt, dass sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuss ergeben, sondern solche, die das Gute lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig, und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert wird.

Titus 2:1-5

Die Früchte in den letzten Jahren ihres Leben sind deutlich – Sara brachte Jizchak im Alter von 90 Jahren zur Welt. Heute ein unvorstellbares Alter zum Kinder kriegen, da doch heute viele Frauen mit Mitte 30 schon das Ticken der biologischen Uhr im Nacken spüren. Aber Gott verspricht eben jene Frucht an seine Nachfolger.

Die gepflanzt sind im Haus JHWHs, sie werden gedeihen in den Vorhöfen unsres Gottes; noch im Alter tragen sie Frucht, sind saftvoll und frisch, um zu verkünden, dass JHWH gerecht ist. Er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm!

Psalm 92:14-16

Dies zeigt uns, dass von uns nicht erwartet wird, das wir, wenn wir unsere goldenen Jahre erreichen, nichts mehr tun sollen. Wir können vital und aktiv bleiben. Sowohl Awraham, als auch Sara erzielten nicht in ihrer Jugend, sondern in den letzten Jahren ihres Lebens bedeutende Leistungen. Kaleb ist ein weiteres Beispiel dafür: Er war einer von nur zwei Menschen aus einer Generation von über 600.000 Männern zuzüglich der Frauen und Kinder, die in das gelobte Land kamen, und er bat als Belohnung um einen Berg im gelobten Land, den er mit 85 Jahren bezwingen wollte!

Und nun, siehe, JHWH hat mich leben lassen, wie er es mir zugesagt hatte. Und es sind nunmehr 45 Jahre, seit JHWH dies zu Mose sagte, als Israel in der Wüste wanderte. Und nun siehe, ich bin heute 85 Jahre alt, und ich bin noch heute so stark, wie ich war an dem Tag, als mich Mose aussandte; wie meine Kraft damals war, so ist sie auch jetzt, zu kämpfen und aus- und einzuziehen. Und nun, so gib mir dieses Bergland, von dem der JHWH geredet hat an jenem Tag; denn du hast an jenem Tag gehört, dass die Enakiter darauf wohnen und dass es große und feste Städte hat; vielleicht wird JHWH mit mir sein, dass ich sie vertreibe, so wie JHWH geredet hat!

Josua 14:10-12

Obwohl es heute politisch inkorrekt geworden ist, eine Frau nach ihrem Alter zu fragen, zögert die Schrift nicht, Saras Alter bei ihrem Tod anzugeben. Der numerische Wert des Eröffnungsausdrucks dieser Parascha „wajjiheju“ (וַיִּהְיוּ֙) summiert sich auf 37, was dem Unterschied zwischen dem Alter von Sarah war, als sie Jizchak mit 90 Jahren zur Welt brachte, und mit 127 verstarb. Diese 37 Jahre waren sicherlich einige der besten Jahre in Sarahs Leben, als sie das Kind großzog, dass sie und Awraham für den Großteil ihres Erwachsenenlebens gehofft und gebetet hatten. Die Bibel sagt uns, dass wir auch Ausdauer brauchen:

Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt.

Hebräer 10:36

Es wurde oft gesagt, dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steht. Bei Sara geht es noch einen Schritt weiter. Sie ist das biblische Modell der gottesfürchtigen Frau hinter dem gottesfürchtigen Mann. Sie zeigte sich als die großartige Frau, die dazu beitrug, dass Awrahams Stamm erfolgreich weitergeführt wurde.

Eine tugendhafte Frau — wer findet sie? Sie ist weit mehr wert als (die kostbarste) Perlen! Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes, und an Gewinn mangelt es ihm nicht. Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.

Sprüche 31:10-11

Im Leben von Sarah geht es also nicht um ihren Tod, sondern um ihr Vermächtnis. Awraham stellt sicher, dass ihr Vermächtnis weitergeführt wird, indem er die Suche nach einer Frau für Jizchak in Gang setzt.


Krija Bet: 1. Mose 23:17-24:9

Schon am Ende des ersten Abschnittes lesen wir von Awrahams Verhandungen mit dem Hetiter Efron, um dessen Grundstück zu kaufen. Letztendlich einigen sie sich auf 400 Silberschekel. Zur Zeit Jeschuas waren 400 Schekel, etwa 1.600 Tageslöhne, also mehr als ein Lohn von vier Jahren eines Tagelöhners. Heute wären diese 1.600 Tageslöhne umgerechnet im israelischen Durchschnitt insgesamt etwa 298.000,-€ und im deutschen Durchschnitt etwa 215.000,-€. Allerdings ging es hier nicht um einen besonders fruchtbaren Acker oder ein großes Gehöft, sondern nur um ein Stück Land mit einer Höhle, um darin Sara zu begraben, und vermutlich war der tatsächliche Silberwert zur Zeit Awrahams deutlich höher. Wir erkennen also, dass er einen ziemlichen Wucherpreis zahlte, aber dies tat er ganz bewusst, denn dadurch hatte er die Sicherheit, dieses Grab als Erbbegräbnis zu erwerben. Awaraham musste sich keine Sorgen darum machen, dass dieses Grab ihm oder seiner Familie eines Tages nicht mehr gehören würde – es gab genug Zeugen, die sahen, welche große Summe er zahlte.

So wurde der Acker Ephrons bei Machpelah, der Mamre gegenüberliegt, der Acker samt der Höhle, die darin ist, auch alle Bäume auf dem Acker und innerhalb aller seiner Grenzen, dem Awraham als Eigentum bestätigt vor den Augen der Hetiter und aller, die zum Tor seiner Stadt eingingen. […] So wurde der Acker und die Höhle darin dem Awraham von den Hetitern als Erbbegräbnis bestätigt.

1.Mose 23:17-18

Am Verhalten der Hetiter erkennen wir, dass sie das Erbrecht auf das Grundstück anerkannten und bestätigten. Herodes der Große (37–4 v.u.Z.) ließ den Platz um die Grabstätte ummauern, Kaiser Justinian I. ließ innerhalb der Festung im 6. Jahrhundert eine Basilika errichten, die die Muslime im 7. Jahrhundert zur Ibrahim-Moschee umwandelten. Erst 1976 kam eine Synagoge noch dazu. Bis heute wird das Grab Awrahams anerkannt und wurde nie angetastet oder geschändet. Nachdem das Begräbnis erledigt war, machte sich Awraham daran, seinem Sohn Jizchak eine Frau zu finden. Hierzu bat er seinen Knecht um Hilfe.

Und Awraham war alt und recht betagt, und JHWH hatte Awraham gesegnet in allem. Und Awraham sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses,

1.Mose 24:1-2

Hierbei handelt es sich um Elieser von Damaskus, denn er ist der Älteste der Knechte seines Hauses.

Awram aber sprach: O Herr JHWH, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe? Und Erbe meines Hauses ist Elieser von Damaskus!

1.Mose 15:2

Im Kontext des weiteren Verlaufs von Eliesers Auftrag ist sein Name sehr prophetisch, denn Elieser bedeutet „mein Gott (ist) Hilfe“. Der letzte Vers dieses Abschnittes erzählt, dass Elieser einen Schwur leistete und dabei „seine Hand unter die Hüfte Awrahams“ legte. Traditionell wird dies damit erklärt, dass der Schwörende einen heiligen Gegenstand in die Hand nehmen muss, wie z.B. eine Tora oder Tefillin (Talmud bavli, Schabbat 38b). Da laut dieser Auslegung zu dem Zeitpunkt nur der Bund der Beschneidung existierte, hielt also Elieser zum Schwur die Hand auf den Schritt von Awraham (Midrasch Bereschit Rabba 59:8).


Krija Gimmel: 1. Mose 24:10-26

In diesem Abschnitt lesen wir davon, dass Elieser in Ur Kasdim angekommen ist und er Gott im Endeffekt eine Bedingung stellt, um die Frau für Jizchak zu erkennen – sie soll ihm und seinen Kamelen Wasser schöpfen. Riwka, die Großnichte Awrahams und Nichte 2. Grade von Jizchak kommt an den Brunnen, an dem Elieser wartet und erfüllt eben diese Bedingung ohne Elieser zu kennen oder zu wissen, wessen Knecht er ist.

Und als sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie genug getrunken haben! Und sie eilte und leerte den Krug aus in die Tränke und lief nochmals zum Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte für alle seine Kamele.

1.Mose 24:19-20

Laut rabbanitischer Tradition war Riwka zu diesem Zeitpunkt etwa 14 Jahre alt, also mitten in der Pubertät – trotz des jungen Alters beweist sie Demut und Ehre, da sie nicht nur dem fremden Elieser Wasser gibt – auch schöpft sie etwa 2.000 Liter Wasser für die Kamele aus dem Brunnen (ein Kamel trinkt nach einer Wanderung etwa 200 Liter in 15 Minuten). Gott zeigt hier mehr als deutlich, dass dies die Ehefrau für Jizchak sein soll. Hinzuzufügen ist, dass es manche Personen gibt, die sagen, dass die rabbanitische Lehre sei, dass Riwka bei der Eheschließung erst drei Jahre alt gewesen sei. Es ist tatsächlich so, dass der mittelalterliche Kommentator Raschi folgendes schrieb:

Jizchak war 37 Jahre alt, als er gebunden wurde. […] Als Awraham vom Berg Moria zurückkehrte, starb genau in diesem Moment Sara, und Jizchak war damals 37. Und genau zu diesem Zeitpunkt erfuhr Awraham von Riwkas Geburt. So finden wir, dass Rebekka drei Jahre alt war, als sie Jizchak heiratete.

Raschi zu 1.Mose 25:20

Die Frage ist nun, wie Raschi auf diesen Gedanken kam und ob das rabbanitische Judentum seiner Meinung zustimmt. Der Talmud setzt sich mit dem Gesetz auseinander, dass eine Ehe geschieden werden soll, wenn sie auch nach zehn Jahren noch kinderlos ist (Talmud bavli, Jewamot 64a). Im Kontext dieses Themas diskutierten die Rabbaniten damals, weshalb Jizchak und Riwka nicht sofort Kinder bekamen. Laut rabbanitischer Lehre haben Jizchak und Riwka 20 Jahre lang keine Kinder bekommen, da beide wohl unfruchtbar waren. Da es beide betraf, sollen sie länger als zehn Jahre gewartet haben.

Diese Antwort ist seltsam. Nirgendwo in der Tora steht, dass Jizchak unfruchtbar war, und trotzdem verwendet es der Talmud als Argument für die 20-jährige Wartezeit. Wenn der Talmud nun wirklich glaubte, Riwka habe mit drei Jahren geheiratet, wäre das doch ein viel leichteres Argument. Der Talmud hätte sagen müssen, Jizchak und Riwka haben 20 Jahre lang kinderlos gelebt und sich nicht scheiden lassen, weil Riwka mit drei Jahren geheiratet hatte. Die ersten zehn Jahre, bis sie 13 wurde, dürfen nicht mitgezählt werden, weil sie noch ein Kind war und keine Kinder bekommen konnte oder weil es für Kinder lebensgefährlich ist, schwanger zu werden (Talmud bavli, Jewamot 12b). Mit diesem Argument hätten Jizchak und Riwka nur zehn Jahre gewartet und nicht 20 Jahre. Doch der Talmud bringt dieses Argument nicht, sondern führt Jizchaks Unfruchtbarkeit an. Warum? Weil die Kommentatoren des Talmud davon ausgegangen sind, dass Riwka mit 14 geheiratet hat, was ein gängiges Heiratsalter in der Antike war.

Aber wie kommt Raschi dann darauf, das Riwka drei Jahre alt gewesen sei? Er scheint aus dem Midrasch Seder Olam zu zitieren. Doch überraschenderweise gibt es im Seder Olam zwei Lesarten: Die eine gibt Riwkas Alter mit 14 an, die andere mit drei. Die besten Manuskripte (z.B. der Münchener Codex Hebraicus 95) geben Riwkas Alter tatsächlich mit 14 an. Und da keine andere Quelle − weder der Midrasch noch der Talmud, der sonst dem Seder Olam strikt folgt − davon ausgehen, dass Riwka bei ihrer Heirat drei Jahre alt war, ist die Lesart, dass sie 14 Jahre alt war, die sinnvollere.

Wir müssen uns fragen, was Raschi dazu bewogen hat, entgegen der Evidenz aller Quellen Riwkas Alter mit drei Jahren anzugeben. Warum ist er nicht dem Talmud gefolgt? Raschi war der erste jüdische Autor in Europa, der apologetisch gegen die christliche Bibelauslegung schrieb. Er wollte seinen Lesern, die mit schwierigen ethischen Fragen konfrontiert waren, Antworten geben. Raschi wollte die moralische Integrität der biblischen Protagonisten aufrechterhalten − manchmal mit aberwitzigen Methoden (siehe seinen Kommentar zu 1. Buch Mose 27:19 und 34). In Riwkas Fall hat Raschi einen apologetischen Ansatz gewählt, um zu vermeiden, sie auch nur im Geringsten als befleckt anzusehen von den Betrügern im Hause ihres Vaters und ihres Bruders. Die Vorstellung, sie habe mit 14 Jahren geheiratet, würde jenen den Weg ebnen, die sie herabwürdigen wollen. Sicherlich war Raschis Intention eigentlich gut gemeint, doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Fakt ist, dass die rabbanitischen Juden in diesem Thema nicht der Auslegung von Raschi folgen. Die Behauptung, dass Juden es legitimieren, dass man mit drei Jahren schon heiraten dürfe, sind antisemitische Ressentiments.


Krija Dalet: 1. Mose 24:27-52

Als Elieser auch noch erfährt, dass es sich um Riwka, eine Verwandte Jizchaks handelt, ist der Dank und die Freude vollständig.

Da neigte sich der Mann und betete an vor JHWH, und er sprach: Gelobt sei JHWH, der Gott meines Herrn Awraham, der seine Gnade und Treue meinem Herrn nicht entzogen hat, denn JHWH hat mich den Weg zum Haus der Brüder meines Herrn geführt!

1.Mose 24:26-27

Spannend ist hier, dass als Riwka heim geht und davon erzählt, nicht ihre Mutter oder ihr Vater als erstes kommen, sondern ihr Bruder Laban (siehe V.30). An diesem Verhalten erkennen wir schon jetzt, viele Jahre vor der Ankunft Jaakows, dass Laban ein geldgieriger Mensch ist. Er wartet nicht seinen Vater ab, sondern erhebt sich über diesen, geblendet durch das Gold. Jeschua lehrte uns dazu:

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Das Auge ist die Leuchte des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!

Matthäus 6:19-24

Im Verlauf des Geschehens wird noch deutlicher, wie überheblich Laban ist, da er sogar in Anwesenheit seines Vaters vor diesem Spricht und Entscheidungen trifft.

Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Diese Sache kommt von JHWH; darum können wir nichts gegen dich reden, weder Böses noch Gutes!

1.Mose 24:50

Auch die rabbanitische Tradition lehrt in vielen Kommentaren über die respektlosen und bösartigen Eigenschaften Labans.


Krija He: 1. Mose 24:53-67

Laban ist kein guter Mann – wie schon festgestellt bevormundet er seinen eigenen Vater. Auch erkennt man hier schon seine betrügerische Art und Weise Labans, in dem er Versucht, eine Vereinbarung aufzuweichen und zu brechen:

Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Lass doch das Mädchen [noch] einige Tage lang bei uns bleiben, wenigstens zehn, danach magst du ziehen! Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn JHWH hat meinen Weg gelingen lassen; lasst mich zu meinem Herrn ziehen! Da sprachen sie: Lasst uns das Mädchen rufen und fragen, was sie dazu sagt! Und sie riefen Riwka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm ziehen!

1.Mose 24:55-58

Später leidet Jizchaks Sohn Jaakow, Labans Cousin 2. Grades, unter eben dieser betrügerischen Art, als er bei Laban arbeitet und dessen Töchter heiraten möchte.

Da wurde Jaakow zornig und stritt mit Laban; und Jaakow antwortete und sprach zu ihm: Was habe ich verbrochen, was habe ich gesündigt, […] Diese 20 Jahre bin ich bei dir gewesen; deine Mutterschafe und Ziegen wurden nie ihrer Jungen beraubt, und die Widder deiner Herde habe ich nicht gegessen! Was zerrissen wurde, habe ich dir nicht gebracht; ich musste es ersetzen, du hast es von meiner Hand gefordert, ob es bei Tag oder bei Nacht geraubt war. Es ging mir so: Am Tag verschmachtete ich vor Hitze und in der Nacht vor Frost, und der Schlaf floh von meinen Augen. Diese 20 Jahre lang habe ich dir in deinem Haus gedient, 14 Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre um deine Schafe, und du hast mir meinen Lohn zehnmal verändert! Wenn nicht der Gott meines Vaters für mich gewesen wäre, der Gott Awrahams und der, den Jizchak fürchtet, du hättest mich gewiss jetzt leer ziehen lassen; […] Laban antwortete und sprach zu Jaakow: Die Töchter sind meine Töchter und die Kinder sind meine Kinder und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehst, gehört mir! Doch was kann ich heute diesen meinen Töchtern tun oder ihren Kindern, die sie geboren haben?

1.Mose 30:36-43

Doch Riwka ist eine ehrenhafte Frau und zieht mit Elieser mit. Übrigens erkennen wir an dieser Gesichte den idealen, biblischen Weg zur Ehe. Ein leiblicher oder geistlicher Vater sucht seinem Sohn eine Frau, in dem er zum Vater einer Frau geht und dessen Tochter für seinen Sohn holt. Keine lange Beziehung, keine lange Verlobung. In der heutigen westlichen Gesellschaft scheint dies unmöglich, aber viele Christen in orientalischen, asiatischen oder afrikanischen Kulturen handhaben es noch genau so. Auch im rabbanitischen Judentum ist es sehr üblich, den sogenannten Schiduch durchzuführen. Ich kenne auch Gemeinden in Deutschland und der USA, wo so etwas gemacht wurde. Meine Frau und ich kannten uns nur kurze Zeit, wenige Wochen nach dem ersten Treffen hielt ich bei ihrem Vater um ihre Hand an und die Zeit der Verlobung ging so lange, wie die Planung der Hochzeit beanspruchte – solche Beispiele sind mir mittlerweile einige auch aus Deutschland bekannt geworden. Gott wünscht sich kein hin und her, kein „mal ausprobieren“, sondern Geradlinigkeit. Diese Geradlinigkeit hatte Jizchak, in dem er seinem Vater gehorchte und diesem vertraute, die richtige Frau zu finden – aber vor allem hatte Riwka diese Geradlinigkeit, in dem sie Gott vertraute, als sie Elieser ins Ungewisse folgte. Nach einer langen Reise nun, auf Heimweg zu Awrahams Lager, sieht sie schon aus der Ferne Jizchak.

Und Riwka blickte auf und sah Jizchak. Da ließ sie sich vom Kamel herab und sprach zu dem Knecht: Wer ist jener Mann, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr! Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.

1.Mose 24:64

In dem Moment, als sie Ihren Verlobten, ihren zukünftigen Ehemann sieht, verhüllt sie ihr Haupt. Alle verheirateten Frauen trugen ein Kopftuch, um ihr Haupt zu bedecken. Das entblößte Haupt war ein Zeichen der Schande und des Fluches, die Kopfbedeckung wiederum ein Zeichen der Ehre und des Segens innerhalb der Ehe. Diese Aussage wird in direkter Bezugnahme zur Tora getroffen:

Und JHWH redete zu Mose und sprach: Sage den Kindern Israels und sprich zu ihnen: Wenn die Frau irgendeines Mannes sich vergeht und ihm untreu wird, und es liegt jemand zur Begattung bei ihr, aber es bleibt vor den Augen ihres Mannes verborgen, weil sie sich im Geheimen verunreinigt hat, und es ist weder ein Zeuge gegen sie da noch ist sie ertappt worden; wenn dann der Geist der Eifersucht über ihn kommt, sodass er auf seine Frau eifersüchtig wird, weil sie sich (tatsächlich) verunreinigt hat — oder wenn der Geist der Eifersucht über ihn kommt, sodass er auf seine Frau eifersüchtig wird, obwohl sie sich nicht verunreinigt hat —, so soll der Mann seine Frau zum Priester führen und um ihretwillen ein Opfer für sie bringen, […] Und der Priester soll sie herbeiführen und vor JHWH stellen. […] Dann soll der Priester die Frau vor JHWH stellen und ihr Haar auflösen [ELB: „lasse das Haupthaar der Frau herabhängen“; Tur-S.: „mache das Haupt des Weibes frei“] […] Und der Priester soll in seiner Hand das bittere, fluchbringende Wasser haben; und er soll die Frau schwören lassen […] (und der Priester lasse dann die Frau den Schwur des Fluches schwören, und der Priester sage zu der Frau): Der HERR setze dich zum Fluch und zum Schwur mitten unter deinem Volk, […] Und die Frau soll sagen: Amen, Amen! […] Und wenn sie das Wasser getrunken hat, so wird, wenn sie unrein geworden ist und sich an ihrem Mann vergangen hat, das fluchbringende Wasser in sie eindringen und ihr zur Bitterkeit werden, […]

4.Mose 5:12-27

Weshalb ist das so? Biblisch gilt das Haar einer Frau, wenigstens einer verheirateten Frau eigentlich schon als erotisches Element am Körper der Frau – wenn man etwas tiefer gräbt, könnte man zur Schau gestelltes Haar, bzw. die Enthüllung des Haares einer Frau als Nacktheit und somit auch als ihre Schande bezeichnen:

Siehe, du bist schön, meine Freundin, siehe, du bist schön; deine Augen sind (wie) Tauben hinter deinem Schleier; dein Haar gleicht der Ziegenherde, die vom Bergland Gilead herabwallt.

Hoheslied 4:1

Es fanden mich die Wächter, welche die Runde machen in der Stadt; die schlugen mich wund, sie nahmen mir meinen Schleier weg, die Wächter auf der Mauer.

Hoheslied 5:7

deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und JHWH wird ihre Scham entblößen. An jenem Tag wird der Herr die Zierde der […] der Stirnbänder […], die Schleier, die Kopfbünde, […] die Überwürfe […], die Hüte und die Schleier. Und es wird geschehen: Statt des Wohlgeruchs gibt es Moder, […] statt der gekräuselten Haare eine Glatze, […] und ein Brandmal statt der Schönheit.

Jesaja 3:17-25

[…] nimm deinen Schleier ab und hebe die Schleppe auf; entblöße die Schenkel, wate durch die Flüsse. Deine Blöße soll enthüllt und deine Schande gesehen werden; ich will Rache nehmen und keinen Menschen schonen!

Jesaja 47:2-3

Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb Schaul eindringlich davor warnt, dass Frauen unbedeckt sind und lehrt, dass sie wenigstens im Gebet und in Weissagung das Haupt bedecken müssen.

Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt, schändet ihr Haupt; es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre! Denn wenn sich eine Frau nicht bedecken will, so soll ihr auch das Haar abgeschnitten werden! Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich bedecken.

1.Korinther 11:5-6

Auch macht Schaul klar, weshalb dies wichtig ist:

Darum soll die Frau (ein Zeichen der) Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.

1.Korinther 11:10

Wichtig ist es hierbei, das eigentliche Wort „Engel“ zu betrachten, welches auf Griechisch „Angelos“(ἄγγελος) heißt. Die Korrekte Übersetzung ist einerseits Engel, wie sie Schaul verwendet:

Und meine Anfechtung in meinem Fleisch habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie den Gesalbten Jeschua.

Galater 4:14

Offensichtlich vergleicht Schaul sich selber mit einem Engel, vielmehr noch, mit Jeschua, und bezeichnet diesen in diesem Sinne als Engel. Wie lässt sich dies nun damit vereinbaren, dass Jeschua Gottes Sohn ist? Eine Zweite Bedeutung von Angelos ist Botschafter, wie wir z. B. in Matthäus gut lesen können:

Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: einen, der mehr ist als ein Prophet! Denn dieser ist’s, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten soll«. Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er.

Matthäus 11:9-11

Matthäus, der Autor zitiert hier aus dem Buch Maleachi, das im Ursprung in hebräischer Sprache geschrieben wurde und deshalb nicht den Begriff Angelos verwendet:

Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll; und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht; und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht JHWH der Heerscharen.

Maleachi 3:1

Das in diesem Vers verwendete Wort für Bote ist im Hebräischen das Wort „Malach“ (מַלְאָךְ) und wird im Tanach einerseits ca. 100x mit Engel, andererseits aber ebenso oft mit „Bote“ oder „Botschafter“ übersetzt. Deutlich geht aus dem Tanach hervor, dass das Wort Malach nicht einem himmlischen Engel vorbehalten ist, sondern jeden Botschafter bezeichnet, so z. B. auch Propheten wie Haggai:

Da sprach Haggai, der Bote JHWHs, im Auftrag JHWHs zum Volk: Ich bin mit euch!, spricht JHWH.

Haggai 1:13

Wenn wir in diesem Sinne also Jeschua oder auch Johannes den Täufer als Botschafter bezeichnen, ist auch der Apostel Schaul, aber auch jeder Verkünder der frohen Botschaft von Frieden und Heil ein Bote, bzw. ein Engel im Sinne dieses hebräischen Wortes Malach, dessen griechisches Äquivalent nun einmal Angelos ist. Verbleiben wir nun in der Annahme, dass auch Menschen Engel im Sinne von Boten sind, kann der Vers aus dem ersten Korintherbrief noch einmal anders interpretiert werden. Die Bibel lehrt uns also explizit, dass Frauen sich nicht mit Äußerlichkeiten schmücken sollen. Frauen sollen durch innere Werte hervorstechen.

Ebenso (will ich) auch, dass sich die Frauen in ehrbarem Anstand mit Schamhaftigkeit und Zucht schmücken, nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen oder aufwendiger Kleidung, sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen. Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.

1.Timotheus 2:9-12

Gleicherweise sollen auch die Frauen sich ihren eigenen Männern unterordnen, damit, wenn auch etliche sich weigern, dem Wort zu glauben, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden, wenn sie euren in Furcht keuschen Wandel ansehen. Euer Schmuck soll nicht der äußerliche sein, Haarflechten und Anlegen von Goldgeschmeide oder Kleidung, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.

1.Petrus 3:1-4


Krija Waw: 1. Mose 25:1-11

Die Tora verbietet keine Vielweiberei, in seltenen Fällen ist sie sogar notwendig, z.B. bei der Schwagerehe (siehe 5.Mose 25:5-10, vgl. 1.Mose 38 & Ruth 3:1-4:22) bzw. sogar explizit erwähnt, z.B. für die Endzeit (siehe Jesaja 4:1-6). Dennoch ist es so, dass der erste Mann mit mehr als einer Frau ein Ungläubiger aus der Linie Kains war.

Lamech aber nahm sich zwei Frauen: die eine hieß Ada, die andere Zilla.

1.Mose 4:19

Im Ursprung erschuf Gott einen Mann Adam und eine Frau Chawa als seine Gefährtin und seine göttliche Hilfe, damit beide ein Fleisch würden.

Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.

1.Mose 2:24

Nun ist Sarah gestorben und Awraham heiratet zunächst eine Frau, was völlig legitim ist.

Und Awraham nahm wieder eine Frau, die hieß Ketura. Die gebar ihm den Simran und den Jokschan, den Medan und den Midian, den Jischbak und den Schuach.

1.Mose 25:2

Doch gleich darauf lesen wir, dass er offensichtlich noch weitere Frauen hatte:

Und Awraham gab seinen ganzen Besitz dem Jizchak. Aber den Söhnen, die er von den Nebenfrauen hatte, gab Awraham Geschenke und schickte sie, während er noch lebte, von seinem Sohn Jizchak weg nach Osten in das Morgenland.

1.Mose 25:5-6

Und dies birgt tatsächlich Probleme – nicht nur, dass Awraham sich nun entschied, doch noch weitere Frauen und Nebenfrauen zu haben, sondern auch und vor allem darin, dass er mit ihnen Söhne zeugte und diese beim Erbe übervorteilte, in dem er ihnen kein Erbe, sondern nur Geschenke gab.


Krija Sajin: 1.Mose 25:12-18

Nun ist es so, dass wir durch die Bibel und durch historische Belege feststellen müssen, dass aus Jischmael heraus die Ismaeliter, später Araber genannt, hervorgingen (siehe 1.Mose 25:12-18), durch Heirat zwischen Esaw (hebr.: Esau) und Jischmaels Tochter gingen die Edomiter hervor.

Als nun Esaw sah, dass Jizchak den Jaakow gesegnet und ihn nach Paddan-Aram entlassen hatte, damit er sich von dort eine Frau hole, und dass er, als er ihn segnete, ihm gebot und sprach: »Du sollst keine Frau von den Töchtern Kanaans nehmen«, und dass Jaakow seinem Vater und seiner Mutter gehorsam war und nach Paddan-Aram zog, als Esaw auch sah, dass Jizchak, sein Vater, die Töchter Kanaans nicht gerne sah, da ging Esaw hin zu Jischmael und nahm zu seinen Frauen noch Mahalath als Frau hinzu, die Tochter Jischmaels, des Sohnes Awrahams, die Schwester Nebajoths.

1.Mose 28:6-9

Aus aus der Ehe von Awraham und Ketura ging Midian hervor (siehe 1.Mose 25:2). Edomiter und Midianiter waren zu biblischen Zeiten Feinde Israels. Weshalb? Vermutlich wegen dieser Übervorteilung. Diese Feindschaft zwischen Midian und Israel reicht von der Verstoßung Midians, über die Zeit des Auszuges aus Ägypten bis in die Zeit der Richter.

Als aber Balak, der Sohn Zippors, alles sah, was Israel den Amoritern getan hatte, da fürchtete sich Moab sehr vor dem Volk, denn es war zahlreich; und es graute den Moabitern vor den Kindern Israels. Da sprach Moab zu den Ältesten von Midian: Nun wird dieser Haufe alles rings um uns her auffressen, wie das Vieh alles Grüne auf dem Feld wegfrisst! Balak aber, der Sohn Zippors, war zu jener Zeit König der Moabiter.

4.Mose 22:2-4

Und JHWH redete mit Mosche und sprach: Übe Rache für die Israeliten an den Midianitern, und danach sollst du versammelt werden zu deinen Vätern. Da redete Mosche mit dem Volk und sprach: Rüstet unter euch Leute zum Kampf gegen die Midianiter, die die Rache JHWHs an den Midianitern vollstrecken. […] Und sie zogen aus zum Kampf gegen die Midianiter, wie JHWH es Mosche geboten hatte, und töteten alles, was männlich war.

4.Mose 31:1-7

Und die Kinder Israels taten (wieder), was böse war in den Augen JHWHs; da gab sie JHWH in die Hand der Midianiter, sieben Jahre lang. Und als die Hand der Midianiter zu stark wurde über Israel, bereiteten sich die Kinder Israels zum Schutz vor den Midianitern Schlupfwinkel in den Bergen, Höhlen und Bergfesten. Und es geschah, wenn Israel etwas gesät hatte, so kamen die Midianiter und Amalekiter und die Söhne des Ostens gegen sie herauf; und sie lagerten sich gegen sie und verwüsteten den Ertrag des Landes bis hin nach Gaza und ließen keine Lebensmittel übrig in Israel, auch keine Schafe, Rinder und Esel; […] So wurde Israel durch die Midianiter sehr geschwächt. Da schrien die Kinder Israels JHWH. Als aber die Kinder Israels wegen der Midianiter zu JHWH schrien, da sandte JHWH einen Propheten zu den Kindern Israels, […]

Richter 6:1-8

Die Feindschaft zwischen Edom und Israel ging noch weiter, selbst in den Befreiungskrieg der Makkabäer gegen die griechische Besatzungsmacht, mussten die Juden gegen verräterische Idumäer kämpfen. Später wurde sogar Antipatros, ein Idumäer, der Ratgeber des jüdischen Königs Johannes Hyrkanos II. und war Staathalter von Judäa. Später wurde sein idumäischer Sohn, Herodes „der Große“, durch die römischen Besatzer zum Klientelkönig von Judäa gekrönt.

Danach sandte Mose Boten aus Kadesch zu dem König von Edom: So lässt dir dein Bruder Israel sagen: Du kennst alle Not, die uns begegnet ist; […] So lass uns nun durch dein Land ziehen! […] Der Edomiter aber sprach zu ihnen: Du sollst nicht durch mein Land ziehen, sonst werde ich dir mit dem Schwert entgegenziehen!

4.Mose 20:14-18

Aber Judas zog gegen das Geschlecht Esaws in Idumäa und in Akrabattene, wo sie die Israeliten belagerten. Er brachte ihnen eine schwere Niederlage bei, demütigte sie und plünderte sie aus.

1.Makkabäer 5:3

Als nun Gorgias in diesen Gebieten Befehlshaber wurde, nahm er Kriegsleute in Sold und hielt den Krieg mit den Juden beständig in Gang. Gemeinsame Sache mit Gorgias machten auch die Idumäer: Da sie günstig gelegene Festungen innehatten, ließen sie die Juden nicht zur Ruhe kommen. Auch nahmen sie die bei sich auf, die aus Jerusalem verjagt worden waren, und ließen den Krieg immer wieder aufflammen. Da kamen Makkabäus und seine Leute zusammen und hielten ein Bittgebet, dass ihnen Gott beistehen möge. Dann stürmten sie gegen die Festungen der Idumäer, griffen ungestüm an und eroberten sie. Alle, die sich auf den Mauern zur Gegenwehr stellten, vertrieben sie. Wer ihnen sonst in die Hände fiel, den machten sie nieder und töteten nicht weniger als zwanzigtausend Mann.

2.Makkabäer 10:14-17

Und aus Jischmael gingen, wie schon gesagt, die arabischen Stämme hervor, welche bis heute, indoktriniert durch den Islam, immer noch Feinde Israels und Feinde Gottes sind. Die Gefahr solcher langanhaltenden, womöglich tödlichen Streitereien sind laut Bibel besonders groß, wenn man mehrere Frauen hat und einen oder einige Söhne einer bestimmten Frau übervorteilt – es gibt noch viele weitere dieser Beispiele in der Bibel. Auch um diese Misstände zu beseitigen, ist Jeschua auf die Erde gekommen, wurde gesalbt, hat gewirkt, starb und ist wieder auferstanden:

Da tat Kefas den Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern dass in jedem Volk derjenige ihm angenehm ist, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt! Das Wort, das er den Kindern Israels gesandt hat, indem er Frieden verkünden ließ durch Jeschua den Gesalbten — welcher Herr über alle ist —, ihr kennt es; das Zeugnis, das sich durch ganz Judäa verbreitet hat und in Galiläa anfing nach der Taufe, die Jochanan verkündigte: wie Gott, Jeschua von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten. Diesen hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn offenbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung aus den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, dass Er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist. Von diesem legen alle Propheten Zeugnis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt. Während Kefas noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. Und alle Gläubigen aus der Beschneidung [rabbanitisch-traditonelle Juden, die an Jeschua glaubten], die mit Kefas gekommen waren, gerieten außer sich vor Staunen, dass die Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde. Denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott hochpreisen. Da ergriff Petrus das Wort: Kann auch jemand diesen das Wasser verwehren, dass sie nicht getauft werden sollten, die den Heiligen Geist empfangen haben gleichwie wir? Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben.

Apostelgeschichte 10:34-48

Doch so wichtig, wie der Friede untereinander ist, so ist der Frieden mit Gott noch wichtiger.

Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jeschua den Gesalbten, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.

Römer 5:1-2

Marana tha – unser Herr kommt! Hallelujah – gelobt sei Jah!

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