DIE HEILIGEN DREI KÖNIGE

Als nun Jeschua geboren war in Beit-Lechem in Jehuda, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Osten nach Jeruschalajim,

Matthäus 2:1-2

Nirgendwo in der Bibel finden wir einen Hinweis darauf, dass die Weisen aus dem Osten Könige, geschweigedenn drei Personen waren.

Als sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hocherfreut; und sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter. Da fielen sie nieder und huldigten ihm; und sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Matthäus 2:10-11

Auch lesen wir nicht, dass die Weisen aus dem Osten zum Stell an die Krippe kamen, sondern Jeschua in einem Haus fanden.

Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knaben töten, die in Beit-Lechem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.

Matthäus 2:16

Auch stellen wir fest, dass die Geburt Jeschuas offensichtlich in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahre vor der Ankunft der Weisen stattgefunden haben muss.

Wir müssen anhand dieser Verse feststellen, dass die gesamte Tradition des Dreikönigsfestes also nicht biblisch ist, sondern mal wieder eine Erfindung ist. An dieser Stelle könnten wir nun auf all die Einzelheiten der katholischen Tradition, auf die Bibelverse, die die katholische Theorie vermeintlich „beweisen“ und auf die Namensgebung der „heiligen drei Könige“ eingehen. Letztlich führt es aber nur dazu, dass wir wissen, was und wie die katholische Kirche diese Legende erfunden hat. Interessanter wäre es doch zu wissen, was die Bibel sagt!

Wer waren also die Weisen aus dem Morgenland?

Üblicherweise lehren Bibelausleger, dass die Weisen aus dem Osten heidnische Priester waren. Der Begriff „magoi“ (gr. singular „magos“ von Altpersisch „magusch“) wird in der Bibel hier für die „Weisen“ verwendet und wurde im Griechischen allgemein für einen Zauberer und Sterndeuter verwendet. Vor allem nutze es die griechische Literatur aber für die zoroastrische Priesterkaste, die ursprünglich auf den medischen Priesterstamm der Mager zurückging. Im iranischen Arsakidenreich (ca. 250 v. Chr. bis 224 n. Chr.) wurden dann alle zoroastrischen Priester als „Magier“ bezeichnet; sie genossen bei Griechen und Römern den Ruf, besonders gute Wahrsager und Sterndeuter zu sein. Deshalb könnten laut der üblichen Auslegung im biblischen Text persische oder auch chaldäische Sterndeuter gemeint sein.

Doch macht das Sinn? Gibt es eine alternative Erklärung?

die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, um ihn zu huldigen!

Matthäus 2:2

Im Kontext der Bibel und der damaligen Kultur gibt es tatsächlich eine alternative Erklärung, die durchaus mehr Sinn macht. Das damalige Königreich Jehuda (hebr. für Judäa) war eigentlich nur ein tributpflichtiger Marionettenstaat des römischen Imperiums und dieses Imperium war in einem ständigen Konflikt mit dem Arsakidenreich im Osten. Das zoroastrische Priester nach Jehuda gehen, um dem Messias zu huldigen, würde im damaligen Kontext von Kultur und Religion keinen Sinn machen.

Und das sind die Einwohner der Provinz Jehuda, die aus der Gefangenschaft hinaufzogen, die Weggeführten, die Nebukadnezar, der König von Babel, nach Babel weggeführt hatte und die nach Jeruschalajim und Jehuda zurückgekehrt sind, jeder in seine Stadt, […] Die ganze Versammlung zählte insgesamt 42 360,

Esra 2:1-64

Im biblischen Kontext müssen wir davon ausgehen, dass einige hundert Jahre vorher nur etwa 10-15% der damals in Persien lebenden Juden von Persien zurück nach Jehuda zogen. In Persien existierte zur Zeit der Geburt Jeschuas die damals größte jüdische Diasporagemeinde. Hier ist der Knackpunkt. Für einen zoroastrischen Priester würde es absolut keinen Sinn machen, nach Jehuda zu ziehen, um dem Messias, dem König der Juden zu huldigen – insbesondere, da der damalige König nur König eines Klientelstaates war. Hätte der persische Staat einem ausländischen Herrscher huldigen wollen, dann wären sie wohl eher zum römischen Kaiser gegangen. Doch für die persischen Juden wäre es absolut selbstverständlich gewesen, ihrem König, dem Messias zu huldigen.

Aber hatten die Juden Magier?

Ja und Nein. Natürlich gab es keine Magier im Sinne des persischen Sprachgebrauchs unter den Juden – sie waren keine Zoroastrer, keine Feueranbeter – jedoch übernahm das persische Judentum dennoch Bräuche der Zoroastrer, z. B. die Sterndeutung, diverse religiöse Konzepte und vor allem deren Sprache. So gibt es belege in Schriften hellenisierter Juden in Persien, ihre Schriftgelehrten „Magoi“ bzw. einen „Rabbiner“ auch als „Magos“ zu bezeichnen. Unter diesem Gesichtspunkt wäre es also völlig logisch und verständlich, weshalb nun ein paar Weise Männer aus dem Osten nach Beit-Lechem gingen, um dem Messias zu huldigen – es waren jüdische Schriftgelehrte, die nichts sehnlicher erwarteten als den Messias, den König Israels!

Die Weissagung verachtet nicht! Prüft alles, das Gute behaltet! Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!

1. Thessalonicher 5:20-22

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