WANN HAT „JESUS“ GEBURTSTAG?

Eine jüdische Tradition besagt, der Messias sei an Sukkot, dem Laubhüttenfest zu erwarten, welches im siebten biblischen Monat Ethanim (also etwa im September) gefeiert wird. Diese Tradition lässt sich heute im Kontext zu Jeschua (hebr. „Jesus“: „JHWH ist Rettung“) tatsächlich biblisch belegen.

Dafür müssen wir erst einmal 15 Monate zurückrechnen. Anhand der Geburt von Jeschuas Cousin Jochanan (hebr. „Johannes“: „JHWH ist gnädig“) können wir berechnen, in welchem Zeitraum Jeschua geboren wurde.

>>Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Jehuda, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Sacharjah, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elischewa. Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. Und sie hatten kein Kind; denn Elischewa war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt. Und es begab sich, als Sacharjah den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucherns. Da erschien ihm ein Engel JHWHs, der stand zur Rechten des Räucheraltars. Und Sacharjah erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Sacharjah! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elischewa wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jochanan geben.<<

Lukas 1:5-9

Insgesamt gab es 24 Priesterschichten, die der Reihe nach im Tempel dienten. Diese Arbeitsschichten sind im Tenach (hebr. „altes Testament“) festgelegt und der Priester Sacharjah (hebr. „Zacharias“: „JHWH hat sich erinnert“) gehörte gemäß der biblischen Aufzeichnung zur achten Arbeitsschicht des Priesters Abija.

>>Und Schemaja, […] der Schreiber, […] schrieb sie auf in Gegenwart des Königs und […] je ein Vaterhaus wurde ausgelost von Eleasar und je eines wurde ausgelost von Itamar. Und das erste Los fiel auf Jojarib, […] das achte auf Abija, […] Das ist die Reihenfolge ihres Dienstes, nach der sie in das Haus JHWHs zu gehen hatten nach ihrer Ordnung […].<<

1. Chronik 24:6-19

Abijas Abteilung war also demnach die achte Dienstschicht. Nun müssen wir herausfinden, ab welchem Monat der Dienst im Tempel begann.

>>Und JHWH redete mit Mose und sprach: Am ersten Tag des ersten Monats sollst du die Wohnung, die Stiftshütte, aufrichten.<<

2. Mose 40:1-2

Der Dienst begann stets im ersten Monat des Jahres. Dies galt zunächst für den Dienst in der Stiftshütte und später auch im Tempel. Die Bibel sagt uns auch, wann dieser Monat ist.

>>Da sprach Mose zu dem Volk: Gedenkt an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten gezogen seid […]. Heute seid ihr ausgezogen, im Monat Abib.<<

2. Mose 13:3-4

>>Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat des Jahres sein.<<

2. Mose 12:2

Der biblische Mondkalender stimmt mit dem Sonnenkalender in folgender Weise überein:

Biblischer MonatBiblischer NameJüdischer Nameetwaiges gregorianisches Äquivalent
1AbibNisanMärz (/ April)
2SiwIjjarApril (/ Mai)
3
SiwanMai (/ Juni)
4
TammuzJuni (/ Juli)
5
AwJuli (/ August)
6
ElulAugust (/ September)
7EthanimTischriSeptember (/ Oktober)
8BulMarcheschwanOktober (/ November)
9
KislewNovember (/Dezember)
10
TewethDezember (/ Januar)
11
SchewatJanuar (/ Februar)
12
AdarFebruar (/ März)

Die erste der 24 Priesterschichten im Jahr, begann immer im ersten biblischen Monat „Abib“ (also etwa im März). Jede Schicht dauerte zwei Wochen, so dass Sacharjas bzw. Abijas Schicht auf die zweite Hälfte des vierten biblischen Monat (also etwa im Juni) festgelegt war. Nach Beendigung seines Schichtdienstes im Tempel kam Sacharjah mit seiner Frau Elischewa (hebr. „Elisabeth“: „Mein Gott gibt Fülle“) zusammen, woraufhin sie schwanger wurde.

>>Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elischewa schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: So hat JHWH an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.<<

Lukas 1:23-25

Dies dürfte zeitnah, also zu Beginn des fünften biblischen Monats (also etwa im Juli) geschehen sein. Zu Beginn des sechsten Schwangerschaftsmonats wurde Elischewas Verwandte, Miriam (hebr. „Maria“: „die Fruchtbare“), schwanger.

>>Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, […] Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jeschua geben. […] Und siehe, Elischewa, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei.<<

Lukas 1:26, 31, 36

Das bringt uns in die erste Hälfte des zehnten biblischen Monat (also etwa im Dezember). Miriam ging mit Eile zu ihrer bisher kinderlosen Verwandten Elischewa, um sie zu besuchen und ihre eigene freudige Botschaft mitzuteilen.

>>Miriam aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Jehuda und kam in das Haus des Sacharjah und begrüßte Elischewa.<<

Lukas 1:39-40

Der Geburtsort von Jochanan heißt der Tradition nach „En Kerem“ (hebr.: „Quelle des Weinbergs“) bei der Hauptstadt „Jeruschalaim“ (hebr. Jerusalem: „Eckstein der Frieden“). Zur damaligen Zeit dauerte der Weg von Miriams Heimatdorf „Nazareth“ (hebr.: „Wachposten“) nach „En Kerem“ nur einige, wenige Tage (ca. 150 Kilometer). Miriam vollendete die ersten drei Monate der Schwangerschaft in Sacharjahs Haus, bis Elischewa ihren Sohn Jochanan gebar.

>>Und Miriam blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim. Und für Elischewa kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn.<<

Lukas 1:56-57

Somit wurde Jochanan genau in der Mitte des ersten biblischen Monats Abib, (also etwa im März), geboren. Genau zu diesem Zeitpunkt, am Vollmond, zum 14. Abib begann das Fest „Pessach“ (hebr. „Passah“ / „Pascha“), zu dem in der jüdischen Tradition in den Synagogen aus den Propheten gelesen wird:

>>Siehe, ich sende euch den Propheten Elijah, bevor der Tag JHWHs kommt, der große und furchtbare.<<

Maleachi 3:23

Der Wegbereiter und Vorbote des Messias war geboren, von dem es in der Brit Chadascha (hebr. „neues Testament“) heißt:

>>Und er wird vor ihm her gehen im Geist und in der Kraft des Elijah.<<

Lukas 1:17

Jeschua wurde laut dieser Rechnung sechs Monate nach Jochanan, in der Mitte des siebten biblischen Monats Ethanim (also etwa im September) geboren. Neun Monate nach Miriams Schwangerschaftsbeginn in der Mitte des zehnten biblischen Monats bringt uns dies direkt zum Fest „Sukkot“ (hebr. Laubhüttenfest), dass am Vollmond, zum 15. Ethanim beginnt. Diese Berechnungen stützt die Tradition des jüdischen Volkes, dass der Messias zum Laubhüttenfest kommen würde. Einer der Evangelisten schrieb:

>>Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns […].<<

Johannes 1:14

Im griechischen Originaltext steht für „wohnte“ wörtlich „zeltete“ bzw. „schlug sein Zelt / seine Hütte auf“. In Israel stellt man an Sukkot überall Laubhütten auf und demnach tat es auch Jeschua, indem er Fleisch wurde.

Laut der jüdischen Tradition ist „Jom Terua“ (hebr. „Posaunentag“) die Verlobung, „Jom ha-Kippurim“ (hebr. „Tag der Versöhnung“), der Tag, an dem die „Tenaim“ (hebr. „Vereinbarungen“) zur Eheschließung besiegelt werden, und Sukkot die Hochzeit in der Beziehung mit Gott. Eine jüdische Hochzeit dauert traditionell sieben Tage, die Vermählung findet unter der „Chupah“ (hebr. „Hochzeitsbaldachin“) statt, was ursprünglich das Schlafgemach des Brautpaares symbolisiert.

>>Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen.<<

Psalm 19:6

In dieses Schlafgemach führt der Bräutigam seine Braut am achten Tag nach der Hochzeit. Sie ziehen sozusagen in ihre neue Wohnung. So lässt sich im Blick voraus das siebentägige Laubhüttenfest selbst als die Hochzeitsfeier des Lammes deuten.

>>Jemand sagte zu mir: Schreib auf: Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist! Dann sagte er zu mir: Das sind zuverlässige Worte Gottes.<<

Offenbarung 19:9

Die Laubhütte lässt sich dann als jene Chupah deuten und und eben an diesem achten Tag von Sukkot wird der Bräutigam Jeschua, seine Braut, die Gemeinde Gottes, in die Gemächer führen, die er für uns bereitet hat.

>>Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.<<

Johannes 14:1-3

Ein weiterer spannender Aspekt hierbei ist, dass Sukkot eigentlich nur sieben Tage geht, jedoch ein weiterer, achter Tag zur Festversammlung geboten ist, ohne dies näher zu erläutern.

>>So sollt ihr nun am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingebracht habt, das Fest JHWHs halten, sieben Tage lang; am ersten Tag ist ein Feiertag und am achten Tag ist auch ein Feiertag.<<

3. Mose 23:39

So wissen wir nun aus dem vorhergehenden Studium, dass sowohl der erste als auch der zweite Tag eine prophetische Tiefe haben. Ebenso erfahren wir aber auch, dass mit der Geburt Jeschuas eben dieser achte Tag eine Erfüllung erlebte. So lesen wir:

>> Und als acht Tage vollendet waren, als man das Kind beschneiden musste, da wurde ihm der Name Jeschua gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleib empfangen worden war. Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosches vollendet waren, brachten sie ihn nach Jeruschalaim, um ihn JHWH darzustellen, wie im Gesetz JHWHs geschrieben steht: »Alle männliche Erstgeburt soll JHWH geheiligt heißen«, und um ein Opfer darzubringen, wie es im Gesetz JHWHs geboten ist, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.<<

Lukas 2:21-24

Wenn wir also davon ausgehend, dass Jeschua am ersten Festtag von Sukkot geboren wurde, müssen wir auch davon ausgehen, dass er am achten Tag des Festes beschnitten wurde, wie es schon seinem Vorfahren Awraham (hebr. „Vater vieler Völker“) Jahrtausende vorher geboten worden war.

>>Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. Und ihr sollt am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch. Jedes Männliche von euren Nachkommen soll bei euch beschnitten werden, wenn es acht Tage alt ist, sei es im Haus geboren oder um Geld erkauft von irgendwelchen Fremden, die nicht von deinem Samen sind. Was in deinem Haus geboren oder um Geld erkauft wird, soll unbedingt beschnitten werden. So soll mein Bund an eurem Fleisch sein, ein ewiger Bund.<<

1. Mose 17:10-13

Jeschua war der Sohn Gottes, aber er gehörte auch dem Stamm Jehuda (hebr. „Juda“: „JHWH preisen“), einem der zwölf Stämme des Volkes Jisrael (hebr. „Israel“: „Der mit Gott [an seiner Seite] kämpft“). Jeschua erfüllt Gottes Wort, wie es geschrieben steht:

>>Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Peruschim nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!<<

Matthäus 5:17-20

In diesem Sinne sollten alle Gläubigen darüber nachdenken, weshalb sie Weihnachten feiern, obwohl Jeschua an diesem Tag nicht Geburtstag hat und vor allem darüber nachdenken, was eigentlich nun noch dagegen spricht, einfach Sukkot zu feiern und dabei an Jeschuas Geburt zu erinnern. Wir sehen biblisch aber auch kulturell keine legitime Begründung, weshalb man weiterhin Weihnachten feiern sollte. Insbesondere der heidnische Ursprung des Weihnachtsfestes disqulifiziert es als Fest für Nachfolger des Messias. Wir sollen tun, was Jeschua tat.

>>Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.<<

1. Petrus 2:21

Wer noch an Details der heidnischen Ursprünge des Weihnachtsfestes interessiert ist, sollte auf www.bibel-lernen.de/weihnachten-01 weiterlesen.

3 Gedanken zu “WANN HAT „JESUS“ GEBURTSTAG?”

  1. Vielen Dank für die informativen Erklärungen.
    Jetzt hat Weihnachten für mich natürlich einen ganz anderen Stellenwert….
    Das muss ich erst mal alles verinnerlichen.
    Ich wünsche eine frohe und gesegnete und gesunde Zeit mit Jesus.
    Liebe Grüsse

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