DER BIBLISCHE MONATSANFANG

JHWH hat uns einen Kalender am Himmel gegeben, den alle sehen können. Er benutzt die Sonne und den Mond, um Tage, Monate, Jahre und auch die von ihm festgelegten Feiertage festzulegen (1. Mose 1:14). Ein wichtiger Bestandteil seines Kalenders ist der Neumond, mit dem jeder biblische Monat beginnt. JHWH hat zu jedem Neumond besondere Opfergaben befohlen (1. Chronik 23:31; 2. Chronik 2:4, 8:13, 31:3), um es zu feiern, und ein besonderer Neumond ist sogar ein Festtag, das so genannte „Posaunenfest“, korrekter wäre der „Tag des Lärmblasen“. (3. Mose 23:24). JHWH benutzt den Neumond, um sogenannte „Moedim“, also festgesetzte Zeiten, kurz Festzeiten, einzuführen (Psalm 104:19). Wir finden in der Heiligen Schrift viele Hinweise auf den Neumond oder den Beginn der Monate, einschließlich der Verpflichtung für die wahren Anbeter, sie zu beobachten (4. Mose 10:10, 28:11-15; Esra 3:5; Kolosser 2:16-17). Die apostolischen Gläubigen, die JHWHs Wort treu geblieben sind, haben nach der Himmelfahrt Jeschuas weiterhin die Neumondtage geehrt und die Festtage eingehalten (Apostelgeschichte 18:21, 27:9; 1. Korinther 5:7-8). Außerdem erfahren wir aus Hesekiels Prophezeiung, dass die Neumondtage ebenso wie der Schabbat im kommenden Königreich eingehalten werden (Jesaja 66:22-23; Hesekiel 46:1-6).

Innerhalb des Judentum gibt es zwei verschiedene Kalender. Der erste und weitaus bekanntere Kalender ist der so genannte Hillel-Kalender der rabbanitischen Juden, der laut Hai Gaon (939-1038) von dem rabbanitischen Patriarchen Hillel II. Nasia im Jahr 358 das erste Mal kalkuliert wurde. Im Gegensatz dazu nutzen die karaitischen Juden den biblischen Kalender, der vom Aviv, also dem Reifegrad der Gerste, sowie der Sichtung des Neumondes abhängig ist. Von den allermeisten rabbanitischen Autoritäten wurde jedoch schon bald der kalkulierte Kalender akzeptiert, z. B. Zerachiah Gerundi, Nachmanides usw., während jedoch Isaak Israeli festhielt, dass der rabbanitische Kalender seine gegenwärtige Form erst um 500 n. Chr. erhielt. Mehrere Passagen im Talmud zeigen, dass in den Tagen der letzten Amoräern der Monat noch durch Beobachtung des Neumond bestimmt wurde. Historische Aufzeichnungen bezeugen, dass es sogar eine Reihe von Leuchtfeuern von Jerusalem bis nach Babylon gab, die entzündet wurden, wenn der Neumond gesichtet wurde, um so die jüdische Gemeinde in der Diaspora über die Sichtung zu informieren. Die Methode, die die Rabbaniten anwenden, um ein Schaltjahr bzw. generell ihren Kalender zu bestimmen, basiert auf dem sogenannten metonischen Zyklus von neunzehn Jahren, der schon vorher im babylonischen Kalendersystem verwendet wurde und von Hillel II. übernommen wurde (Encyclopaedia Judaica, Band 12, S. 1039). Der karaitische Chacham Al-Biruni (973-1048) berichtet um das Jahr 1000 von einem Unterschied des Kalenders zwischen den Juden des Landes Israel einschließlich Syriens einerseits und den Juden Babylons andererseits in Bezug auf die Abfolge der Schaltjahre, da die Juden in Israel nachweislich bis ins 5. Jahrhundert, vermutlich aber auch länger noch den Neumond sichteten. Chacham Al-Biruni gibt an, dass es drei jüdische Kalender mit verschiedenen Serien von Schaltjahren gab:

  1. ) 2, 5, 7, 10, 13, 16 und 18 Jahre
  2. ) 1, 4, 6, 9, 12, 15 und 17 Jahre
  3. ) 3., 5., 8., 11., 14., 16. und 19.

Die ersten beiden Reihen, so Al-Biruni, wurden von den Juden im Land Israel und in Syrien übernommen, während die Juden in Babylon die dritte Reihe bevorzugten. Der heutige rabbanitische Kalender hält sich jedoch an keine der genannten Reihen, sondern fügt alle 3, 6, 8, 11, 14, 17 und 19 Jahre eines 19-jährigen Zyklus einen Schaltmonat hinzu.

Schauen wir uns den rabbanitischen Kalender an, stellt man fest, dass die Monatsnamen babylonischen Ursorungs sind und einige wurden nach babylonischen Göttern benannt wurden (z. B. Tammus). Die Anzahl der Tage innerhalb eines biblischen Mondmonats ist nicht festgelegt und kann entweder 29 oder 30 Tage betragen, je nachdem, wann die erste Mondsichel gesichtet wird, denn ein astronomischer Mondmonat geht 29,53 Tage. Die Rabbaniten haben jedoch die Anzahl der Tage, die in jeden Mondmonat fallen, wie folgt festgelegt.

Babylonischer MonatsnameJüdischer MonatsnameAnzahl der Tage
NisanuNisan30
AjaruIjjar29
SimanuSiwan30
DumuzuTammus29
AbuAw30
UluluElul29
TaschrituTischri30
ArachsamnuMarcheschwan29 oder 30
KislimuKislew29 oder 30
TebetuTewet29
SchabatuSchewat30
AdaruAdar29 oder 30

Die Rabbaniten fügten ihrem Kalender noch einige weitere Merkmale hinzu: Der erste Tag von Jom Terua darf nicht auf einen Mittwoch oder einen Freitag fallen, um zu verhindern, dass Jom ha Kippurim auf einen Freitag oder Sonntag fällt, da dies zu Schwierigkeiten bei der Nahrungszubereitung führen würde. Nach einer Aussage, die dem Rabbaniten Jose, einem Amoräer, zugeschrieben wird, der in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts lebte, durfte das Purimfest, am 14. Adar, weder auf einen Schabbat noch auf einen Montag fallen, damit der 10. Tischri, also Jom ha Kippurim nicht auf einen Freitag oder einen Sonntag fiel. Jom Terua darf laut dieser Kalkulation auch nicht auf einen Sonntag fallen, um zu verhindern, dass „Hoschana Rabba“ am 21. Tischri auf den Schabbat fällt, was die Einhaltung des rabbanitischen Brauchs des Schlagens von Weidenzweigen auf den Boden als Symbol der Sündenvergebung verhindern würde. Jom Terua wird um einen Tag verschoben, wenn der Beginn des Monats Tischri auf einen Sonntag, Mittwoch oder Freitag fällt (siehe bspw. Talmud Jerushalmi, Megillah 70b). Der rabbinische Kalender ist also schematisch und absolut unabhängig von der wahren Mondsichel des Neumonds.

Nun gibt es leider viele messianische Geschwister, die entweder aus Unwissen durch, falsche Lehre oder sogar im Wissen über diese Falschheit, dennoch diesen kalkulierten Kalender nutzen. Meist geschieht dies mit Aussagen darüber, dass man mit den Juden oder mit Israel zeitgleich feiern wolle, oder dass dieser Kalender ja durch die rabbanitischen Schriftgelehrten legitimiert worden sei. Doch die Tora ist diesbezüglich sehr deutlich:

Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und auf die Rechtsbestimmungen, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das euch JHWH, der Gott eurer Väter, gibt. Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote JHWHs, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete.

5.Mose 4:1-2

Auch Jeschua sprach zu diesem Thema, lehrte, nicht vom Gesetz zu entfernen und es besser zu halten als die Pharisäer, also die Rabbaniten:

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!

Matthäus 5:17-20

Und Paulus warnte ebenfalls vor falscher Lehre des pharisäischen Judentums:

Denn es gibt viele widerspenstige und leere Schwätzer und Verführer, besonders die aus der Beschneidung. Denen muss man den Mund stopfen, denn sie bringen ganze Häuser durcheinander mit ihrem ungehörigen Lehren um schändlichen Gewinnes willen. […] aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie gesund seien im Glauben und nicht auf jüdische Legenden achten und auf Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden.

Titus 1:10-14

Die einzige Legitimation, die ein kalkulierter Kalender hatte, war die Tatsache, dass das Judentum sich über die ganze Welt ausbreitete und es keine Möglichkeit gab, von der Neumondsichtung in Israel zu erfahren. Doch selbst dann hätten die Juden wenigstens die Monatsanfänge durch eine lokale Neumondsichtung definieren müssen, wie es bei Mosche in der Wüste und Nehemia in Babylon geschehen ist. Letztlich muss man feststellen, dass es für den rabbanitischen Kalender keine biblische Legitimation gibt und man die biblischen Feste an den falschen Tagen feiert, wenn man sich nach dieser Kalkulation richtet. Es mag wohl hart klingen, aber in dem Fall wäre es womöglich besser, die Feste dann gar nicht zu feiern, denn mit solch einem Kalender sind es nicht mehr von Gott festgesetzte Zeiten, also Feste Gottes, sondern jüdische Feste an von Rabbaniten berechneten Tagen.

Nicht nur der rabbanitische Kalender stiftet sehr häufig Verwirrung, sondern auch Kalkulationen anderer messianischer Geschwister. Oft wird in Anlehnung an den rabbanitischen Kalender, die Konjunktionen des Mondes (hebr.: „molad“) für die Festlegung des Monatsbeginns verwendet. Etwas verwirrend ist auch, dass ein bestimmter Vers der Heiligen Schrift den Neumond mit dem Vollmond gleichzusetzen scheint. Schauen wir uns zunächst die astronomische Konjunktion an. Eine Mondkonjunktion liegt vor, wenn sich laut heute gültiger Wissenschaft die Sonne, der Mond und die Erde in einer Linie befinden. Da die Sonne hinter dem Mond steht, wird kein Sonnenlicht von der Mondoberfläche reflektiert. Der Mond ist während einer Konjunktion völlig verdunkelt. Bei einer astronomischen Konjunktion ist kein Teil des Mondes zu sehen. Der durchschnittliche Wandkalender stellt die Konjunktion mit einem großen schwarzen Punkt dar und bezeichnet diese als „Neumond“. In Wirklichkeit handelt es sich aber um einen „Nicht-Mond“, denn die Konjunktion ist unsichtbar und somit kein Neumond. In der Bibel wird das gleiche hebräische Wort für „Neumond“ und „Monat“ verwendet. Daher ist der Neumond mit dem Beginn des Monats verbunden und bestimmt diesen. Aber in unseren gregorianischen Wandkalendern schwebt die „Neumond“-Konjunktion über die zwölf Kalendermonate hinweg. Moderne Kalender ignorieren völlig die biblische Art und Weise, den ersten Tag des Monats nach dem sichtbaren Neumond festzulegen, obwohl das Wort „Monat“ vom Wort „Mond“ abgeleitet ist und sich am Mond orientieren sollte, wie es vom Schöpfer vorgesehen war. Historisch gesehen hielten die Neumondbeobachter in Israel Ausschau nach der dünnen Mondsichel, um den Beginn eines jeden Monats zu bestimmen. Sobald sie diese sahen, meldeten sie ihre Sichtung den Leviten und Priestern und diesen dem Hohen Rat, dem Sanhedrin. Sich nach der berechneten Mondkonjunktion zu richten, widerspricht dem Gebot, den Neumond zu beobachten (5. Mose 16:1). Hier ist das Wort „beobachten“ im Hebräischen „schamar“ (Strong Nummer H8104) und bedeutet auch „genau hinsehen“ oder „suchen“. Das Gebot lautet, nach dem Neumond Ausschau zu halten, auf ihn zu warten, ihn zu beobachten und zu suchen. Das Problem ist, dass man einen Mond, der völlig schwarz oder dunkel ist, wie es bei einer Konjunktion der Fall ist, nicht sehen kann. Es wäre nutzlos, in der Nacht einer Konjunktion Neumondsichter auszusenden, um nach einem Mond Ausschau zu halten, den sie nicht sehen können. Um den Neumond visuell zu bestätigen, muss es etwas zu erkennen geben. Offensichtlich ist die unsichtbare Konjunktion nicht dieses Etwas. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich aus der Verwendung der Konjunktion, da es in der Zeit um die Konjunktion herum zwei oder sogar drei Nächte gibt, in denen kein Mond sichtbar ist. Daher stellt sich die Frage, nach welchen drei unsichtbaren Monden wir „genau Ausschau halten“ sollen und an welchem der drei unsichtbaren Anfangspunkte der Monat beginnt. JHWHs Kalender basiert auf Beobachtung, doch die Kalender der Menschen beruhen auf Berechnungen. Philo war ein prominenter jüdischer Führer, der von ca. 20 v. Chr. bis ca. 50 n. Chr. in Alexandria lebte und ein Zeitgenosse von Jeschua dem Messias und Paulus dem Apostel war. In einer Abhandlung erörtert Philo und beschrieb den Neumond wie folgt:

[Es] ist das, was nach der Konjunktion kommt, das … [ist] der Tag des Neumonds in jedem Monat. […] …zur Zeit des Neumonds beginnt die Sonne, den Mond mit einem Licht zu beleuchten, das für die äußeren Sinne sichtbar ist, und dann zeigt sie den Betrachtern ihre eigene Schönheit.

Buch II, XI (41)

Wie Philo feststellte, folgt der Neumond auf die Konjunktion, aber er ist nicht die Konjunktion selbst. Seine Beobachtung verrät uns, was zu Jeschuas Zeiten als Neumond galt und was auch der Erlöser selbst als Neumond betrachtete. Das ist alles, was wir wissen müssen, um zu erkennen, was heute noch den biblischen Neumond ausmacht.

Manche lesen Psalm 81:4 und schließen daraus, dass der Neumond ein heiliger Festtag ist, und aufgrund einer falschen Übersetzung auch, dass der Neumond der Vollmond ist und nicht das erste Licht des Mondes. Einige Übersetzungen tragen zur Verwirrung bei, indem sie Psalm 81:4 nicht genau genug übersetzen. In der Schlachter 2000 heißt es:

Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

Psalm 81:4

Aber in dem Psalm spricht JHWH sowohl von einem Neumond, als auch von einem anderen Fest oder einer bestimmten Zeit, die bei Vollmond stattfindet. Zu jedem dieser Zeitpunkte sollte das Schofar ertönen. Das Hebräische zeigt in dieser Passage zwei unterschiedliche Klauseln, die eine klare Trennung der Gedanken ermöglichen. Der erste bezieht sich auf das Schofar bei Neumond und der Zweite bezieht sich auf einen feierlichen Festtag, der sich nach biblischer Definition von einem regelmäßigen monatlichen Neumond unterscheidet. Nach der Biblia Hebraica Stuttgartensia würde man folgendermaßen übersetzen:

Blaset das Schofar bei Neumond und in der Fülle unseres Festtages.

Psalm 81:4

„Die Fülle“ ist das hebräische Wort „kacah“ (Strong Nummer H3680) und bedeutet „auffüllen“ d. h. „Hohlräume auffüllen“. Diese wörtliche Übersetzung zeigt, dass der Neumond und der Vollmond nicht gleichbedeutend sind. Der Erste ist kaum sichtbar, der Zweite völlig sichtbar. Für beide werden unterschiedliche Wörter verwendet. Das hebräische Wort „levanah“ (Strong Nummer H3842), das weiß bedeutet, kommt im hebräischen Text dreimal vor und bezieht sich poetisch auf den weißen Glanz des Vollmondes (Hohelied 6:10; Jesaja 24:23, 30:26). Und das hebräische Wort „kehseh“ (Strong Nummer H3677), das Fülle bedeutet, wird zweimal mit Vollmond übersetzt (Psalm 81:4; Sprüche 7:20). „Chodesch“ (Strong Nummer H2320) hingegen bezieht sich auf den Neumond und wird nie für Vollmond verwendet, da es von der Wortwurzel „chadasch“ (Strong Nummer 2318) abstammt, was „erneuern“ bedeutet. Erneuern nicht immer Sinne etwas brandneu Erschaffenes, sondern dem Reparieren, Erneuern oder Wiederherstellen etwas schon existierenden – eben ein Neumond. Manche meinen, es genüge, den Vollmond abzuwarten und dann zwei Wochen vor- oder zurückzurechnen, um den vergangenen oder zukünftigen Monatsanfang zu ermitteln. Erstens ignoriert eine solche Methode jedoch den biblischen Auftrag und die Praxis. Man sollte sich an dieser Stelle fragen, warum man nach dem Vollmond „genau Ausschau halten“ und fleißig danach suchen sollte, denn der Vollmond ist die ganze Nacht hindurch zu sehen. Zweitens wäre es nach dieser Auffassung historisch gesehen nicht nötig gewesen, dass spezielle Neumondsichter den Abendhimmel absuchten und ihre Ergebnisse dem Sanhedrin meldeten. Drittens haben die Monde unmittelbar vor und nach dem Vollmond eine fast volle Helligkeit und sind nur schwer vom eigentlichen Vollmond zu unterscheiden, wenn man sie nicht Seite an Seite vergleicht und ein geübtes, scharfes Auge hat. Dies ist nicht der Fall bei einer Neumondsichel, die entweder gesehen oder nicht gesehen wird, ohne dafür eine spezielle Schulung zu erhalten. Viertens fällt der astronomische Vollmond nicht immer genau auf den Mittelpunkt zwischen zwei Mondkonjunktionen. Der Vollmond kann der Mondkonjunktion nur um 13 Tage, 21 Stunden und 53 Minuten folgen, aber auch um 15 Tage, 14 Stunden und 30 Minuten. Aus diesem Grund variiert die Länge der Monate zwischen 29 und 30 Tagen. Diese Anomalie ist darauf zurückzuführen, dass die Mondumlaufbahn nicht vollkommen kreisförmig ist. Fünftens basiert diese Methode auf der Konjunktion, die, wie wir gezeigt haben, nicht der biblische Neumond ist. Folglich ist die Bestimmung des Neumonds durch Zählen vom Vollmond aus alles andere als biblisch vorgeschrieben und zuweilen ziemlich ungenau.

Nun gibt es eine letzte Methode, die ich mir tatsächlich zur Hilfe nehme. Ich nutze astronomische Berechnungen von Institutionen, mit denen ich erfahren kann, wann eine Konjunktion war und zu wie viel Prozent der Neumond täglich beleuchtet wird. Erst ab einer Sichtbarkeit von mindestens 1% ist es überhaupt möglich, einen Neumond mit dem Auge zu sichten. Genau dieses Szenario gab es letztes und auch wieder dieses Jahr. Am Montag, dem 06.09.21 und am Sonntag dem 25.09.22 fand die Konjunktion statt und der Neumond hatte in Israel eine Sichtbarkeit von unter 1%, während die Sichtbarkeit selbst am 07.09.21 und am 26.09.22 nur bei 0,5% lag. Erst am 08.09.21 lag die Sichtbarkeit bei 2,5 bis 3% und auch erst am 27.09.22 wird eine Sichtung möglich sein. Da jedoch der 08.09.21 und auch der 27.09.22 der 30. Tag des sechsten biblischen Monats ist, wurde, bzw. wird unabhängig der Sichtung am an eben diesem Tag mit dem Sonnenuntergang auch der erste Tag des siebten Monats, somit das Fest des Lärmblasen beginnen, da ein Monat nur maximal 30 Tage lang gehen kann.

In diesem Sinne wünsche ich allen Neumondsichtern viel Erfolg und Segen dabei, den Neumond zu sichten.

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